Die US-Verkehrsbehörde NHTSA hat ihre Untersuchung von Teslas Fahrassistenzsystem FSD auf die höchste Eskalationsstufe gehoben — die letzte Stufe vor einem möglichen Rückruf. Betroffen sind rund 3,2 Millionen Fahrzeuge. Für Tesla kommt das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Kamera allein reicht nicht
Der Kern des Problems: FSD erkennt bestimmte Sichtbehinderungen wie Sonnenblendung, Staub oder Nebel nicht zuverlässig. In neun dokumentierten Vorfällen versagte das System — darunter ein tödlicher Unfall. Teslas eigene Analyse räumt ein, dass die überarbeitete Erkennungssoftware nur in drei der neun Fälle geholfen hätte.
Die Wurzel des Problems liegt in einer Entscheidung aus dem Jahr 2021: Tesla ersetzte damals die kombinierte Kamera-Radar-Architektur durch das rein kamerabasierte System Tesla Vision. Das als Sicherheitsnetz gedachte Degradierungserkennungssystem — das Fahrer warnen soll, wenn Kameras beeinträchtigt sind — funktioniert nach Einschätzung der NHTSA nicht ausreichend.
Es ist bereits die dritte parallele Bundesuntersuchung zu FSD. Eine separate Prüfung befasst sich mit 58 Vorfällen rund um Verkehrsverstöße wie das Überfahren roter Ampeln, eine weitere mit Teslas Unfallmeldepraktiken.
Regulatorischer Gegenwind auf drei Kontinenten
Die US-Untersuchung steht nicht allein. Im Februar 2026 lehnten chinesische Behörden den jüngsten FSD-Rollout ab — mit dem Verweis auf fehlende Hardware-Redundanz. In Europa ist die Zulassung bis mindestens Ende April 2026 aufgeschoben.
Das trifft Tesla an einem empfindlichen Punkt. Das Unternehmen hat einen erheblichen Teil seiner Bewertung auf das Versprechen autonomen Fahrens und einer Robotaxi-Flotte gestützt. Jede neue Untersuchung belastet diese Wachstumsgeschichte.
UBS-Analyst Joseph Spak hat seine Lieferschätzung für das erste Quartal 2026 auf 345.000 Fahrzeuge gesenkt — 18 Prozent weniger als im Vorquartal und sieben Prozent unter dem Marktkonsens. Gleichzeitig verweist UBS auf strukturelle Skepsis unter Investoren: Fortschritte bei Robotaxi und dem humanoiden Roboter Optimus seien langsamer und weniger konkret als erwartet. Das ist relevant, weil das Kapital für diese Projekte und das 20-Milliarden-Dollar-Investitionsbudget 2026 fast ausschließlich aus dem Autoverkauf stammt.
Mögliche Szenarien
Sollte die NHTSA einen Rückruf anordnen, gilt ein Software-Update als wahrscheinlichstes Ergebnis — mit leichten zusätzlichen Einschränkungen für FSD, aber ohne grundlegende Änderungen am System. Im ungünstigsten Fall könnte die Behörde jedoch urteilen, dass ein rein kamerabasiertes System strukturell unsicher ist und eine Hardware-Nachrüstung oder eine Umbenennung des Systems verlangen.
Die Quartalszahlen für Q1 werden Ende März erwartet, der nächste Quartalsbericht folgt Ende April. Beide Termine dürften zeigen, wie stark die Kombination aus regulatorischem Druck und schwächelnden Lieferzahlen tatsächlich auf das Geschäft durchschlägt.
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