Tesla kämpft gerade an zwei Fronten gleichzeitig. Die enttäuschenden Auslieferungszahlen für das erste Quartal 2026 haben Analysten zu Kurszielsenkungen bewogen — während in Europa eine Entscheidung ansteht, die für das Softwaregeschäft des Unternehmens wegweisend sein könnte.
Schwache Zahlen, skeptische Analysten
Im ersten Quartal 2026 lieferte Tesla 358.023 Fahrzeuge aus. Der Konsens der Wall Street lag bei rund 365.645 Einheiten — eine Lücke von etwa 7.600 Fahrzeugen, die die Aktie um 5,4 Prozent nach unten zog. Produziert wurden gleichzeitig 408.386 Fahrzeuge, was einen Lagerüberhang von mehr als 50.000 Einheiten hinterlässt.
Besonders auffällig: Die Energiespeicher-Deployments brachen auf 8,8 GWh ein — ein Rückgang von 38 Prozent gegenüber dem Rekordwert von 14,2 GWh im vierten Quartal 2025. Dieser Bereich galt zuletzt als wichtige Stütze der Bullenstory.
Goldman Sachs und Truist reagierten prompt mit Kurszielsenkungen, beide bei einem „Hold“-Rating:
- Goldman Sachs (Analyst Mark Delaney): Kursziel von 405 auf 375 US-Dollar gesenkt; verwies auf rückläufige US-Verkäufe nach dem Auslaufen des 7.500-Dollar-Steuerkredits
- Truist Securities (Analyst William Stein): Kursziel von 438 auf 400 US-Dollar gesenkt; bemängelte fehlende Updates zu KI-Projekten und neuen Fahrzeugen
Stein betonte, Anleger sollten den Fokus stärker auf Teslas FSD-Technologie legen — KI-Entwicklungen seien für die langfristige Ertragskraft relevanter als die reinen Auslieferungszahlen.
Europa-Entscheidung am 10. April
Während die Lieferdaten die kurzfristige Stimmung belasten, rückt ein anderes Ereignis in den Vordergrund. Teslas europäische Niederlassung hat alle Fahrzeugtests für Full Self-Driving (Supervised) in den Niederlanden abgeschlossen — über 1,6 Millionen Kilometer auf europäischen Straßen. Die formelle Genehmigung durch die niederländische Zulassungsbehörde RDW ist für den 10. April 2026 angekündigt.
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Ein positiver Bescheid hätte Signalwirkung: Über einen EU-weiten Anerkennungsmechanismus könnten andere Mitgliedstaaten die Zulassung übernehmen, was einen schrittweisen Rollout in ganz Europa ermöglichen würde. Viele europäische Tesla-Käufer haben FSD bereits beim Fahrzeugkauf als Paket erworben — die Funktion läuft bislang im Hintergrund, ohne aktiv nutzbar zu sein.
Allerdings hat Tesla bei europäischen FSD-Versprechen eine lange Geschichte verpasster Termine. Musk kündigte den Europa-Start erstmals für den Sommer 2022 an. Ende 2024 hieß es, die Genehmigung komme Anfang 2025. Beide Fristen verstrichen ohne Ergebnis. Hinzu kommt ein schwieriges Marktumfeld: Teslas Zulassungen in Europa brachen 2025 um 27,8 Prozent ein, eine Tendenz, die sich 2026 fortsetzt.
Zölle und Cybercab als weitere Variablen
Die Produktionsanlaufphase des Cybercab in Giga Texas soll noch in diesem Monat beginnen — doch das Fahrzeug ohne Lenkrad darf in den USA derzeit nicht legal verkauft werden. Wann sich das ändert, ist offen.
Auf der Kostenseite belasten Handelskonflikte: Besonders das Energiegeschäft ist betroffen, da Tesla LFP-Batteriezellen aus China bezieht. Das Unternehmen selbst sprach von einem „überproportionalen“ Einfluss der Zölle auf diesen Bereich — bei einem Zollsatz von inzwischen 145 Prozent auf chinesische Importe ist das keine Kleinigkeit.
Quartalszahlen am 22. April
Am 22. April 2026 präsentiert Tesla nach Börsenschluss die vollständigen Q1-Ergebnisse. Im Mittelpunkt dürften die Bruttomarge im Automobilgeschäft und die Auswirkungen der Lieferkettenstörungen stehen. Die Street erwartet für das Gesamtjahr 2026 rund 1,69 Millionen Auslieferungen — auf Basis des Q1-Tempos würde Tesla annualisiert nur auf 1,4 bis 1,5 Millionen kommen. Eine deutliche Beschleunigung in der zweiten Jahreshälfte wäre nötig, für die es bislang keine konkreten Belege gibt.
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