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Tesla Aktie: KI-Wette gegen Realität

Tesla verzeichnet einen Absatzrückgang bei Fahrzeugen, setzt aber verstärkt auf autonomes Fahren und Roboter. Analysten bewerten die Aktie weiterhin mit Zurückhaltung.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Auslieferungen 2025 um 8,5 Prozent gesunken
  • Autonomes Fahren und Cybercab als Wachstumstreiber
  • Berliner Gigafactory steht unter wirtschaftlichem Druck
  • Hohe Bewertung trotz schwächelndem Kerngeschäft

Tesla steht vor einem Dilemma: Während CEO Elon Musk auf künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und Roboter setzt, schwächelt das Kerngeschäft. Die Auslieferungszahlen für 2025 fielen um 8,5 Prozent – ein Rückschlag für ein Unternehmen, das seinen Börsenwert auf permanentes Wachstum gebaut hat. Die Frage lautet: Können die Zukunftsprojekte den Abschwung bei den E-Autos ausgleichen?

Enttäuschende Auslieferungen belasten

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Im vierten Quartal 2025 lagen die Auslieferungen deutlich unter den Erwartungen. Hochgerechnet auf das Jahr kommt Tesla nur auf 1,67 Millionen Fahrzeuge – ein Rückgang gegenüber den 1,8 Millionen aus 2024. Analysten rechnen für 2026 mit 1,75 Millionen Einheiten, was allenfalls eine leichte Erholung bedeuten würde.

Morningstar stuft die Aktie weiterhin als „moderat überbewertet“ ein. GLJ Research hält an seiner Verkaufsempfehlung fest und hebt das Kursziel nur minimal von 19,05 auf 25,28 Dollar an.

Ein wesentlicher Grund für den Absatzrückgang: die Umstellung beim Model Y. Die intern als „Juniper“ bezeichnete Auffrischung sorgte in der ersten Jahreshälfte für Produktionsverzögerungen und zurückhaltende Käufer. Das Model Y macht mehr als ein Viertel aller E-Auto-Verkäufe in den USA aus – jede Störung wiegt schwer.

Immerhin: In der zweiten Jahreshälfte erreichten die Auslieferungen hochgerechnet 1,83 Millionen Einheiten. Das lässt auf eine Stabilisierung hoffen.

FSD-Software und Cybercab als Hoffnungsträger

Tesla hat Version 14.2.2.2 seiner Full-Self-Driving-Software früher als geplant ausgerollt. Das Update bringt verbesserte KI-Funktionen mit, die unter anderem Baustellen besser erkennen und Parkplätze intelligenter auswählen sollen. Musk positioniert autonomes Fahren weiterhin als Kern der langfristigen Wertsteigerung.

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Ab April will Tesla mit der kommerziellen Produktion des Cybercab beginnen – sofern die regulatorischen Genehmigungen kommen, mit denen Musk im Laufe des Jahres rechnet. Auch in Europa, beginnend mit den Niederlanden, strebt das Unternehmen eine FSD-Zulassung an.

Berliner Gigafactory unter Druck

Berichte deuten darauf hin, dass Tesla die Wirtschaftlichkeit seines Berliner Werks überprüft. Die Verkaufszahlen in Europa bleiben hinter den Erwartungen zurück. Spekulationen über eine mögliche Verkleinerung oder Neuausrichtung der Fabrik ließen die Aktie paradoxerweise um mehr als zwei Prozent steigen – Anleger interpretierten eine mögliche Restrukturierung offenbar positiv.

Bewertung bleibt ambitioniert

An der Wall Street dominiert Zurückhaltung. Von 30 Analysten raten 13 zum Kauf, 10 halten die Aktie neutral, sieben empfehlen den Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 405,94 Dollar – rund neun Prozent unter dem aktuellen Kurs.

Die Bewertungskennzahlen zeigen eine erhebliche Prämie: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei über 300, das Forward-KGV bei 200. Eine Discounted-Cashflow-Analyse von Simply Wall St errechnet einen fairen Wert von etwa 168,69 Dollar je Aktie – die Aktie würde damit mit einem Aufschlag von 164 Prozent handeln.

Konkurrenz rückt näher

Chinesische Wettbewerber liefern bereits Tausende humanoide Roboter zu Preisen zwischen 20.000 und 30.000 Dollar aus – möglicherweise günstiger als Teslas geplanter Optimus-Roboter. Auch Nvidias jüngste Ankündigungen im Bereich autonomes Fahren werfen Fragen auf, ob Tesla seinen technologischen Vorsprung halten kann. Musk sieht die Konkurrenz allerdings „fünf oder sechs Jahre entfernt“.

Am 28. Januar folgen die Quartalszahlen. Sie werden zeigen, wie sich Margen und Auslieferungsziele für 2026 entwickeln – und ob die Zukunftswetten die schwächelnde Gegenwart kompensieren können.

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Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.