Tesla will nicht mehr nur Autos bauen, sondern greift jetzt tief in die Halbleiter- und KI-Branche ein. Mit dem Milliardenprojekt „Terafab“ plant der Konzern eine eigene Chip-Produktion in Texas. Während einige Beobachter darin den nächsten logischen Schritt sehen, sorgen schwache Auslieferungsprognosen und eine verschärfte Untersuchung der US-Verkehrssicherheitsbehörde gleichzeitig für spürbare Zurückhaltung am Markt.
Milliarden-Investition spaltet Analysten
Im Zentrum der jüngsten Aufmerksamkeit steht das „Terafab“-Projekt, ein Joint Venture mit SpaceX und xAI. Für 20 bis 25 Milliarden US-Dollar will Tesla auf dem Gelände der Giga Texas eine eigene Halbleiter-Lieferkette aufbauen. Bereits Ende 2026 soll die Kleinserienproduktion der neuen KI-Prozessoren für Fahrzeuge und Roboter anlaufen, bevor 2027 die Massenfertigung startet.
An der Wall Street sorgt dieser Vorstoß für extrem unterschiedliche Einschätzungen. Wedbush Securities sieht darin die Vorstufe zu einer möglichen Fusion von Tesla und SpaceX im Jahr 2027 und ruft ein Kursziel von 600 US-Dollar aus. Die Bank HSBC bewertet die Pläne hingegen äußerst skeptisch. Sie verweist auf schwindende Marktanteile in Europa sowie die starke chinesische Konkurrenz und senkte das Kursziel drastisch auf 119 US-Dollar. Auch Barclays mahnt zur Vorsicht, da die technischen Ziele des Projekts erhebliche Herausforderungen mit sich brächten.
Regulierungsdruck und Auslieferungen
Abseits der technologischen Zukunftsvisionen sieht sich das Unternehmen mit handfesten Problemen im Kerngeschäft konfrontiert. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hat ihre Untersuchung der „Full Self-Driving“-Software (FSD) auf eine formelle technische Analyse hochgestuft. Betroffen sind rund 3,2 Millionen Fahrzeuge. Im Fokus steht die Frage, wie das System auf eingeschränkte Sichtverhältnisse wie Nebel oder tiefstehende Sonne reagiert, nachdem es in diesem Zusammenhang zu mehreren Zwischenfällen kam.
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Diese gemischte Nachrichtenlage spiegelt sich im aktuellen Kursverlauf wider. Am Freitag ging das Papier mit einem Abschlag von 3,18 Prozent bei 313,65 Euro aus dem Handel, womit sich das Minus seit Jahresbeginn auf über 16 Prozent summiert.
Gleichzeitig rückt der anstehende Bericht zu den Auslieferungszahlen für das erste Quartal 2026 in den Vordergrund. Die aktuellen Markterwartungen positionieren sich wie folgt:
* RBC Capital: 367.000 Einheiten
* Marktkonsens: Rund 369.000 Einheiten
Der Fokus der Investoren richtet sich nun unmittelbar auf die offizielle Bekanntgabe dieser Q1-Auslieferungen. Sollte das Unternehmen die ohnehin gedämpften Erwartungen verfehlen, dürften auch die langfristigen KI-Fantasien den kurzfristigen Druck auf die Bewertung kaum abfedern.
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