Acht Wochen in Folge auf Talfahrt — dann kam die Wende. Tesla beendete die vergangene Handelswoche mit einem Kursplus von rund 12,5 Prozent auf 329,90 Euro und räumte dabei gleich mehrere Belastungsfaktoren aus dem Weg. Drei Katalysatoren sorgten für den Schwung. Und am 22. April folgt der eigentliche Test.
FSD-Zulassung: Europa öffnet sich
Das strukturell bedeutendste Ereignis kam aus den Niederlanden. Die niederländische Fahrzeugbehörde RDW erteilte am 10. April die erste behördliche Genehmigung für Teslas Full Self-Driving (Supervised) auf öffentlichen Straßen innerhalb der EU. Grundlage ist die UN-Regulierung 171, der europäische Standard für Fahrerassistenzsysteme. Fahrer dürfen das Steuer unter geeigneten Bedingungen loslassen — bleiben aber rechtlich verantwortlich.
Das Testprogramm umfasste über 1,6 Millionen Kilometer auf EU-Straßen und mehr als 13.000 Kundenfahrten. In den Niederlanden kostet FSD Supervised 99 Euro monatlich, für Vorbesitzer von Enhanced Autopilot 49 Euro, als Einmalkauf 7.500 Euro.
Der entscheidende Hebel liegt in der Reichweite dieser Zulassung. Per gegenseitiger Anerkennung können alle EU-Mitgliedstaaten die niederländische Genehmigung national übernehmen — ohne erneute Vollprüfung. Tesla Europa rechnet mit einer möglichen EU-weiten Freigabe noch im Sommer, ein Votum des Technischen Ausschusses für Kraftfahrzeuge könnte bereits im Mai oder Juni fallen.
AI5: Fünfmal mehr Rechenleistung
Parallel dazu befeuerte ein Chip-Meilenstein die Wochenmitte. CEO Elon Musk bestätigte den Abschluss des Tape-outs für den neuen AI5-Chip — die Designphase ist abgeschlossen, der Bauplan geht in die Fertigung. Ein einzelner AI5 liefert laut Musk fünfmal die nutzbare Rechenleistung von zwei AI4-Chips. Hochvolumenproduktion ist für 2027 geplant.
Musk dankte Samsung und TSMC für die Produktionsunterstützung und kündigte an, dass AI6 und Dojo3 bereits in der Entwicklung seien.
UBS dreht, JPMorgan bleibt skeptisch
Auf Analystenebene sorgte ein Rating-Wechsel von UBS für Aufmerksamkeit: Die Bank hob Tesla von „Sell“ auf „Neutral“ an. Das war der sichtbarste Einzelkatalysator der Woche.
Die Gegenstimmen sind allerdings laut. JPMorgan-Analyst Ryan Brinkman verwies auf eine Lücke von rund 50.000 Einheiten zwischen Produktion und Auslieferungen — ein Warnsignal für Nachfrageschwäche und Margendruck. HSBC senkte sein Kursziel und behielt die „Reduce“-Einstufung bei.
Quartalszahlen am 22. April
Am Mittwoch, 22. April, legt Tesla seine Q1-Ergebnisse vor. Der Marktkonsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 0,37 Dollar bei einem Umsatz von rund 22,7 Milliarden Dollar. Barclays sieht den Investorenfokus auf dem Investitionsbudget, dem Fortschritt bei Physical-AI-Projekten und dem Margendruck.
Besonders die Capex-Planung dürfte Fragen aufwerfen. Teslas Investitionsbudget für 2026 übersteigt bereits 20 Milliarden Dollar — das geplante KI-Rechenzentrum Terafab ist darin noch nicht einmal enthalten. Die Aktie notiert aktuell rund 21 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 416,90 Euro. Wie viel von der Wochenerholung Bestand hat, entscheidet sich am Mittwochabend.
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