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Tesla Aktie: 413.000 Auslieferungen erwartet

Erhöhte Lieferprognosen von US-Banken beflügeln Tesla. Analysten uneins über Ausblick, Fokus verschiebt sich auf Roboter und KI.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursplus von über sieben Prozent
  • Morgan Stanley erhöht Lieferprognose
  • Europäische Neuzulassungen verdoppelt
  • Fusionsspekulationen mit SpaceX neu entfacht

Gute Nachrichten aus Europa und China haben Tesla am Montag deutlich nach oben getrieben. Die Aktie gewann 7,19 Prozent und schloss bei 358,35 Euro. Auslöser: Mehrere Großbanken aus den USA haben ihre Lieferprognosen für das zweite Quartal nach oben geschraubt.

Optimismus von der Wall Street

Morgan Stanley hob die Schätzung auf 413.000 ausgelieferte Fahrzeuge an. Zum Vergleich: Die bisherige Prognose lag bei 373.000 Einheiten. Damit liegt die Bank über dem aktuellen Marktkonsens von rund 406.000 Fahrzeugen.

Der Grund ist klar: Tesla verkauft sich international besser als gedacht. In Europa stiegen die Neuzulassungen im Juni um 107,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr — auf 28.610 Einheiten. Auch China läuft stabil. Im Mai legten die Verkäufe dort um 23 Prozent zum Vorjahr und 82 Prozent zum Vormonat zu.

Goldman Sachs geht sogar noch weiter: 420.000 ausgelieferte Fahrzeuge sehen die Analysten. Barclays-Experte Dan Levy hob seine Schätzung auf 418.000 Einheiten an. Seine Begründung: Die Stärke in China und Europa dürfte die anhaltende Schwäche in den USA mehr als ausgleichen.

Uneinigkeit bleibt

Nicht alle sind so optimistisch. Cantor Fitzgerald bleibt vorsichtig und prognostiziert 397.414 Auslieferungen. Das wäre unter dem Median der Analystenschätzungen.

Zudem ziehen andere Themen die Aufmerksamkeit auf sich. Viele Investoren blicken inzwischen weniger auf die reinen Fahrzeugzahlen. Stattdessen rückt die langfristige Erzählung in den Fokus: der humanoide Roboter „Optimus“ und die KI-Integration.

Neue Fantasie durch SpaceX-Gerüchte

Tesla treibt unterdessen die Software-Entwicklung voran. Das Unternehmen hat eine verbesserte Full Self-Driving-Hardware für KI3-Fahrzeuge angekündigt. Und: Der KI-Assistent Grok 4.5 läuft inzwischen sowohl bei Tesla als auch bei SpaceX.

Das schürt alte Spekulationen neu. Immer mehr Marktteilnehmer wetten auf eine mögliche Fusion beider Unternehmen innerhalb der nächsten 12 bis 18 Monate. Jefferies warnte jüngst, Tesla drohe zunehmend als „SpaceX-Proxi“ gehandelt zu werden — falls die Fusionsgerüchte anhalten. Die Bank bleibt dennoch neutral bewertet.

Technische Einordnung

Trotz des Kurssprungs: Im Jahresverlauf liegt Tesla immer noch 4,16 Prozent im Minus. Der Kurs liegt rund 15,5 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 424,10 Euro aus dem Dezember 2025.

Technisch hat die Aktie ihren 50-Tage-Durchschnitt von 349,65 Euro knapp hinter sich gelassen. Der 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 359,36 Euro — nur einen Euro über dem aktuellen Kurs. Die Volatilität bleibt mit 45,80 Prozent annualisiert hoch.

Jetzt warten die Anleger auf den offiziellen Lieferbericht für das zweite Quartal. Er wird für Anfang Juli erwartet. Die vollständigen Quartalszahlen folgen später im Monat.

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