Tesco verabschiedet sich aus Tschechien und der Slowakei. Der britische Händler verkauft beideLändergeschäfte an Ahold Delhaize und will den Großteil des Erlöses an die Aktionäre zurückgeben.
Die Eckdaten des Deals
Der Unternehmenswert der Transaktion liegt bei 1,7 Milliarden Euro, gerechnet auf cash- und schuldenfreier Basis. Tesco fließt nach Abzug von Verbindlichkeiten ein Nettoerlös von rund 1,2 Milliarden Euro zu, noch vor Steuern und Transaktionskosten. Verkauft werden sämtliche Supermärkte, Büros und Logistikstandorte in beiden Ländern.
Der Abschluss ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant. Zuvor müssen die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Besonders in Tschechien dürfte die Prüfung genau ausfallen, denn Ahold betreibt dort bereits die Kette Albert. Eine Zusammenlegung mit den Tesco-Filialen würde die Marktposition des Käufers deutlich stärken.
Geld zurück an die Aktionäre
Für Anteilseigner ist vor allem die Verwendung des Erlöses relevant. Tesco plant, den Großteil über ein zusätzliches Aktienrückkaufprogramm auszuschütten. Der Konzern rechnet damit, dass der Verkauf nach Berücksichtigung der Rückkäufe weitgehend neutral auf den Gewinn je Aktie und auf die Relation von Nettoverschuldung zu operativem Ergebnis wirkt.
Der Markt reagierte freundlich. In London legte die Tesco-Aktie zeitweise gut ein Prozent auf 5,37 Pfund zu. Auch Ahold notierte in Amsterdam mit einem Plus von gut einem Prozent bei 32,92 Euro.
Fokus auf die Heimatmärkte
Der Schritt passt zur Strategie der vergangenen Jahre. Schon zuvor hatte sich Tesco aus Südkorea, Thailand und Malaysia zurückgezogen. Das Geschäft konzentriert sich zunehmend auf Großbritannien und Irland.
Offen bleibt das Ungarn-Geschäft. Es ist nicht Teil der Transaktion, Tesco will seine strategischen Optionen dort separat prüfen. Ahold wiederum erhofft sich vom Zukauf zusätzlichen Umsatz und Synergien in Einkauf, Logistik und Filialnetz. Die Details zum Rückkaufprogramm dürften folgen, sobald der Abschluss in der zweiten Jahreshälfte 2027 näher rückt.
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