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Telekom-Aktie: Erholung vor dem Praxistest

Die Telekom-Aktie erholt sich, bleibt aber unter langfristigen Durchschnittslinien. Der Q2-Bericht am 6. August entscheidet über die Trendwende.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurs erholt sich vom Junitief
  • Quartalszahlen am 6. August
  • US-Fusionspläne von T-Mobile gestoppt
  • Chartbild zeigt kurzfristige Stärke

Die Telekom-Aktie hat sich seit ihrem Juni-Tief kräftig erholt. Jetzt steht sie an einer Weggabelung. Der Kurs kämpft sich zurück über den 50-Tage-Schnitt, hängt aber noch unter den beiden längeren Durchschnittslinien fest. Am 6. August entscheidet der Quartalsbericht, welche Richtung als nächstes zählt.

Zwischen Erholung und offenem Bericht

Die Aktie notiert aktuell bei 28,04 Euro. Damit liegt sie 19,12 Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 23,54 Euro, das die Telekom am 30. Juni markierte. Über 12 Monate steht dennoch ein Minus von 11,13 Prozent zu Buche.

Diese Diskrepanz zeigt das Grundproblem. Kurzfristig läuft es gut. Langfristig hinkt der Kurs seinem eigenen Vorjahreswert noch deutlich hinterher.

Am Donnerstag, den 6. August, veröffentlicht die Telekom ihre Zahlen zum zweiten Quartal. Der Bericht dürfte zeigen, ob die im Frühjahr angehobene Jahresprognose Bestand hat. Oder ob neue Belastungen aufkommen.

Die Chart-Frage: Reicht die Stärke für einen echten Trendbruch?

Der Kurs liegt 4,06 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt. Unter dem 200-Tage-Durchschnitt notiert er allerdings weiterhin, mit einem Abstand von 1,92 Prozent. Genau das ist der Knackpunkt: kurzfristige Stärke gegen mittelfristige Schwäche.

Erst wenn die Aktie auch die 100- und 200-Tage-Linien nachhaltig überwindet, wird aus der Erholung ein belastbarer Trendwechsel. Der RSI steht bei 60 – deutlich unter der überkauften Zone. Rechnerisch bliebe also Spielraum nach oben, sollte der Quartalsbericht positiv überraschen.

Bullische Sicht: Prognose-Anhebung und lockere US-Debatte

Für die optimistische Lesart spricht die operative Basis. Die Telekom hatte ihre Jahresziele bereits im ersten Quartal angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem bereinigten EBITDA AL von rund 47,5 Milliarden Euro, zuvor waren es 47,4 Milliarden.

Beim freien Cashflow bleibt der Konzern ebenfalls zuversichtlich. Hier erwartet das Management weiterhin mehr als 19,8 Milliarden Euro.

Zusätzlichen Schub gab zuletzt eine Wendung in der US-Debatte. Einem Bericht des Nachrichtenportals Semafor zufolge will die Tochter T-Mobile US Fusionspläne mit der Telekom nicht länger vorantreiben. Die Aktie reagierte darauf mit einem Kursgewinn von 2,5 Prozent im frühen Handel. Bestätigt oder erhöht das Management am 6. August die Jahresziele, dürfte das die Erholung von den Junitiefs zusätzlich untermauern.

Bärische Sicht: Fragiles Chartbild und offene US-Frage

Dagegen steht ein Kursbild, das trotz der Erholung verwundbar bleibt. Die Aktie notiert noch 18,37 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 34,35 Euro vom Februar. Das zeigt, wie tief der zwischenzeitliche Rückschlag war.

Hinzu kommt eine annualisierte 30-Tage-Volatilität von 35,94 Prozent. Der Markt rechnet also weiterhin mit deutlichen Ausschlägen – ausgerechnet vor einem Quartalsbericht ein Risikofaktor für scharfe Gegenbewegungen.

Auch die T-Mobile-US-Beteiligung bleibt eine offene Baustelle. Sie ist der zentrale Werttreiber des Konzerns. Selbst wenn T-Mobile US die Fusionspläne aktuell nicht mehr unterstützt: Jede neue Wendung in dieser Debatte könnte die Kursreaktion ebenso schnell umkehren, wie sie sie ausgelöst hat. Fällt der Q2-Bericht schwächer aus als die angehobene Prognose vermuten lässt, dürfte der Kurs schnell wieder unter die 50-Tage-Linie rutschen.

Der 6. August als Prüfstein

Solange die Aktie über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 26,95 Euro bleibt, spricht die kurzfristige Charttechnik für eine Fortsetzung der Stabilisierung. Rutscht der Kurs darunter, gerät das Erholungsmuster infrage – und die mittelfristige Schwäche gegenüber dem 200-Tage-Schnitt von 28,59 Euro rückt wieder in den Vordergrund.

Der Quartalsbericht am 6. August liefert die Antwort. Bestätigt oder erhöht das Management die im Mai angehobenen Ziele für EBITDA und Cashflow, gewinnt die These vom nachhaltigen Trendwechsel an Gewicht. Bleibt der Ausblick verhalten oder taucht neue Unsicherheit rund um T-Mobile US auf, dürfte die Aktie rasch wieder Richtung ihrer gleitenden Durchschnitte unter der aktuellen Marke zurückfallen.

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Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

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