Startseite » Europa-Märkte » Telecom Italia Aktie: Poste braucht 66,67 Prozent

Telecom Italia Aktie: Poste braucht 66,67 Prozent

Poste Italianes Übernahmeangebot für Telecom Italia stößt bislang auf geringe Annahme. Entscheidung über die Zukunft des Konzerns fällt bis September.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Übernahmeangebot von Poste Italiane
  • Bislang nur 1,2 Prozent angedient
  • Zwei-Drittel-Hürde für Erfolg nötig
  • TIM-Vorstand unterstützt Übernahmepläne

Die Aktie von Telecom Italia bewegt sich kaum. Bei 7,63 Euro notiert das Papier unverändert zum Vortag. Im Hintergrund läuft jedoch ein Übernahmepoker, der über die Zukunft des größten italienischen Telekomkonzerns entscheidet.

Poste Italiane, bereits größter Einzelaktionär mit rund 20 Prozent, hat im März ein Übernahmeangebot für alle restlichen TIM-Aktien vorgelegt. Der Zeitplan läuft bis zum 11. September. Bisher zeigt sich der Markt zurückhaltend.

Andienungsquote wächst nur langsam

Laut Daten des Finanzdienstes Teleborsa vom 5. August 2026 haben Aktionäre inzwischen mehr als 1,2 Prozent der TIM-Aktien angedient. Am 3. August kamen zusätzliche Anfragen für 1.451.945 Aktien hinzu. Damit summierten sich die Andienungen auf 17.265.193 Aktien — umgerechnet 1,011 Prozent aller vom Angebot erfassten Papiere.

Das Tempo zieht leicht an, bleibt aber weit hinter dem entfernt, was Poste Italiane letztlich braucht.

Die Hürde: zwei Drittel aller Aktien

Damit das Angebot erfolgreich ist, muss Poste Italiane die Zustimmung von mehr als 66,67 Prozent der ausstehenden TIM-Aktien einsammeln. Gemessen an diesem Ziel steht der Staatskonzern noch ganz am Anfang.

Für jede angediente TIM-Aktie zahlt Poste Italiane 1,67 Euro in bar. Hinzu kommen 0,218 neu ausgegebene Poste-Aktien als Sachleistung. Das Gesamtpaket bewertet die Übernahme auf rund 13 Milliarden Euro.

Marktbeobachter werten die aktuell niedrige Beteiligung nicht als Warnsignal. Große institutionelle Investoren neigen erfahrungsgemäß dazu, ihre Aktien erst in den letzten Tagen eines Angebotsfensters anzudienen. Der Großteil der institutionellen Zusagen wird deshalb erst in den Schlusstagen der Annahmefrist Mitte September erwartet.

Rückhalt durch Zahlen und Vorstand

Der TIM-Vorstand hatte das Angebot im Vormonat einstimmig gebilligt. Das Gremium bezeichnete die gebotene Gegenleistung als finanziell fair und bewertete die strategische Logik der Transaktion positiv.

Auch die operativen Zahlen liefern derzeit keinen Gegenwind. Das bereinigte EBITDA lag im zweiten Quartal bei 998 Millionen Euro und traf damit die Analystenerwartung von rund 995 Millionen Euro. Stärkere Inlandsumsätze und Wachstum in Brasilien sowie im Unternehmenskundengeschäft trugen dazu bei.

Diese stabile operative Basis verschafft dem Übernahmeprozess eine ruhigere Kulisse — auch wenn die Andienungsvolumina bislang dünn bleiben.

Ausblick

Mehr als fünf Wochen bleiben noch bis zur Frist im September. Investoren richten den Blick nun darauf, ob sich das Tempo der Andienungen in den kommenden Wochen deutlich beschleunigt. Entscheidend wird dabei die Kurslücke zwischen der TIM-Aktie und dem rechnerischen Wert des Poste-Angebots aus Bargeld und Aktien bleiben — sie zeigt, wie stark Arbitrage-Interesse und Aktionärsstimmung tatsächlich sind, während sich die Zwei-Drittel-Hürde für Poste Italiane erst in den letzten Handelstagen vor dem 11. September entscheiden dürfte.

Anzeige

Telecom Italia-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Telecom Italia-Analyse vom 6. August liefert die Antwort:

Die neusten Telecom Italia-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Telecom Italia-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Telecom Italia: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Telecom Italia

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.