Telecom Italia schafft die Wende. Nach einem herben Verlust im ersten Quartal meldet sich der Konzern mit schwarzen Zahlen zurück. Vor allem zwei Sparten treiben die Erholung voran.
Cloud-Geschäft und Brasilien als Wachstumsmotoren
Das operative Ergebnis überzeugt. Im zweiten Quartal 2026 stand ein Nettogewinn von 88 Millionen Euro in den Büchern. Ein Jahr zuvor verzeichnete das Unternehmen noch einen Verlust von acht Millionen Euro. Der Konzernumsatz im ersten Halbjahr kletterte organisch um zwei Prozent auf 6,83 Milliarden Euro.
Die Treiber sitzen in Übersee und im Firmenkundengeschäft. Die Tochter TIM Brasil steigerte ihre Erlöse um sechs Prozent. Indes wuchs die Enterprise-Sparte um 5,6 Prozent, wobei Cloud-Dienste mit einem Plus von 18 Prozent herausragten. Das heimische Privatkundengeschäft schwächelt hingegen. Dort sanken die Umsätze um knapp drei Prozent.
Schuldenabbau durch Sonderzahlung
Die Entschuldung des Konzerns schreitet voran. Ende Juni lag die Nettofinanzverschuldung bei rund 7,3 Milliarden Euro. Ein wichtiger Faktor war die Rückzahlung einer milliardenschweren Konzessionsgebühr aus dem Jahr 1998. Dieser Zufluss stärkte die Liquidität massiv.
Parallel dazu hat das Management die Kapitalstruktur vereinfacht. Die Umwandlung von Sparaktien und ein Aktiensplit sind bereits abgeschlossen. Diese Schritte sollen die Verwaltungskosten senken und den Konzern für Investoren attraktiver machen.
Ziele für 2026 bestätigt
Der Vorstand hält an seiner Strategie fest. Die Finanzziele für die Jahre 2026 und 2027 bleiben unverändert. Das Management erwartet ein Wachstum des operativen Ergebnisses zwischen fünf und sechs Prozent. Außerdem soll der Verkauf der internationalen Großkundensparte Sparkle noch im zweiten Halbjahr über die Bühne gehen.
An der Börse stabilisierte sich das Papier zuletzt bei 7,35 Euro. Trotz der positiven Nachrichten bleibt die mittelfristige Bilanz belastet. Auf Sicht von 30 Tagen verbuchte der Titel ein Minus von fast zehn Prozent. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf 15,69 Milliarden Euro.
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