Am Freitag verzeichnete die Aktie von TeamViewer an der Xetra einen deutlichen Kurssprung von 6,5 Prozent auf 6,89 Euro. Auslöser für die Kursrallye war ein Bericht von Reuters über Gespräche der Investmentgesellschaft Silver Lake bezüglich einer möglichen Übernahme des US-Anbieters Workday.
Diese Entwicklung sorgte für eine breite Belebung bei europäischen Softwarewerten und rückte auch das Göppinger Unternehmen wieder stärker in das Blickfeld der Investoren.
Umsatzrückgang und Margendruck im zweiten Quartal
Trotz der jüngsten Kursgewinne bleibt die operative Lage herausfordernd. Die Ende Juli veröffentlichten Zahlen für das zweite Quartal 2026 zeigten einen Umsatzrückgang von 4,1 Prozent auf 182,750 Millionen Euro.
Währungsbereinigt lag das Minus bei 1,4 Prozent. Während das Enterprise-Segment mit einem Umsatz von 58,6 Millionen Euro stabil blieb, musste der Bereich für kleine und mittlere Unternehmen (SMB) Einbußen von 6 Prozent auf 124,1 Millionen Euro hinnehmen.
Die bereinigte EBITDA-Marge lag bei 43 Prozent, nachdem sie im Vorquartal noch 45 Prozent betragen hatte. Dennoch hielt das Management an der Prognose für das Gesamtjahr fest. Ein bereits vor rund zwei Wochen gemeldetes Gewinnplus hatte die Stimmung unter den Anlegern bereits moderat verbessert.
Die Investoren hoffen nun auf eine Umsatzbeschleunigung in der zweiten Jahreshälfte, zu der auch der neue Chief Marketing Officer Peter Ruchatz beitragen soll, der seine Position im September antritt.
Strategische Impulse durch KI und Partnerschaften
Um den Wachstumskurs zu reaktivieren, setzt TeamViewer verstärkt auf Kooperationen und technologische Innovationen. Am 23. Juli gab das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit ServiceNow bekannt. Dabei sollen Lösungen für Remote Connectivity und Digital Employee Experience in die KI-Plattform von ServiceNow integriert werden. Gemeinsam wollen beide Unternehmen autonome End-to-End-IT-Lösungen vermarkten.
Medienberichten zufolge zeigt die neue Plattform TeamViewer ONE bereits erste Erfolge. Im Juli erreichte sie rund 49.000 Kunden und verzeichnete 2,8 Millionen KI-gestützte Sitzungen. Zudem befindet sich das Unternehmen im Prozess für eine FedRAMP-Zertifizierung, die den Zugang zu Behördenaufträgen im US-Bundesmarkt eröffnen könnte.
Analysten heben die Kursziele an
Die veränderte Nachrichtenlage veranlasste mehrere Analysehäuser zu Neueinstufungen. Am 6. August hob die DZ Bank ihr Kursziel für TeamViewer von 7 auf 9 Euro an und bekräftigte ihre Kaufempfehlung. Auch die Deutsche Bank reagierte am selben Tag und passte ihr Ziel von 6,50 auf 7,50 Euro an, beließ die Einstufung jedoch auf „Hold“.
JPMorgan hatte bereits vor gut drei Wochen sein Kursziel geringfügig auf 7,30 Euro gesenkt. Parallel zu den Analystenstimmen baute Goldman Sachs sein Engagement aus und überschritt am 6. August die Schwelle von 5 Prozent der Anteile.
Aktuell notiert das Papier bei 6,63 Euro und liegt damit 16 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn konnte der Wert bereits um 9,8 Prozent zulegen. Die nächste wichtige Entscheidung steht am 28. August an, wenn über eine mögliche Aufnahme der Aktie in den MDAX oder SDAX entschieden wird.
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