63 Prozent Kursverlust in zwölf Monaten — TeamViewer hat ein hartes Jahr hinter sich. Bei 4,75 Euro notiert die Aktie knapp über dem 52-Wochen-Tief. Der Absturz hat einen konkreten Auslöser.
Die 1E-Akquisition als Belastung
Im Januar 2025 zahlte TeamViewer rund 720 Millionen Dollar für das IT-Management-Unternehmen 1E. 80 Prozent der 1E-Umsätze stammen aus den USA. Als das US-Kriegsveteranenministerium — größter Einzelkunde — eine geplante Vertragserweiterung verschob und Preisnachlässe durchsetzte, traf das direkt die Bilanz. Das Management korrigierte die Erwartungen für wiederkehrende Umsätze um 40 Millionen Euro nach unten.
CEO Oliver Steil rechnet für 2026 nur noch mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von null bis drei Prozent. Im schlechtesten Fall: Stagnation. Obendrein zwang der Abstieg aus dem MDAX in den SDAX Ende März Indexfonds zum automatischen Verkauf.
Gespaltenes operatives Bild
Das Enterprise-Segment wächst mit 19 Prozent und fängt einen Teil der US-Verluste auf. Im Kleinkundensegment sieht es anders aus. Die Abwanderungsrate kletterte im vierten Quartal auf 16,4 Prozent, das wiederkehrende Umsatzwachstum rutschte dort ins Minus.
Das Misstrauen der Investoren spiegelt sich in der Bewertung wider. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2026 liegt bei 5,25 — für einen Softwareanbieter extrem niedrig. Der Markt zweifelt, ob die Gegenmaßnahmen greifen.
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FedRAMP-Zertifizierung als neuer Hebel
Das Management setzt auf zwei Stellschrauben. TeamViewer hat die FedRAMP-Zertifizierung für seine DEX-Plattform erhalten und ist damit auf dem US-Government-Marktplatz gelistet. Behördenverträge sind typischerweise mehrjährig und volumenstark — allerdings auch von langen Verkaufszyklen geprägt. Kurzfristig bringt das wenig Entlastung.
Personell übernahm Ende Februar Tim Koubek als neuer President of the Americas die Vertriebsverantwortung für die Region. Weitere Akquisitionen hat der Vorstand vorerst ausgeschlossen. 2026 soll ein reines Integrationsjahr bleiben.
Q1-Zahlen am 6. Mai als erster Test
Am 6. Mai legt TeamViewer die Zahlen für das erste Quartal vor. Sie werden zeigen, ob das Enterprise-Wachstum anhält und ob sich das US-Geschäft nach dem Einbruch stabilisiert. Am 2. Juni folgt die Hauptversammlung in Göppingen. Bis dahin bleibt die Lücke zwischen dem aktuellen Kurs und dem 52-Wochen-Hoch von 13,42 Euro ein stilles Urteil des Marktes.
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