Der indische IT-Dienstleister Tata Consultancy Services gerät durch Auseinandersetzungen auf Ebene der Konzernmutter unter Druck. Nach Beschlüssen im Führungsgremium von Tata Sons belasten Kontroversen über Führungspersonal und strategische Pläne die Notierungen der Gruppenunternehmen. Die Aktie schloss gestern bei 2.082,00 INR, womit sich der Rückgang seit Jahresanfang auf 35 % beläuft.
Streit um Führung und Börsenpläne bei Tata Sons
Am 17. September billigte das Board von Tata Sons Medienberichten zufolge eine Verlängerung der Amtszeit von Executive Chairman N. Chandrasekaran um weitere fünf Jahre. Gleichzeitig leitete das Gremium die Schritte für einen Börsengang von Tata Sons ein. Diese Beschlüsse stießen im Umfeld der Dachgesellschaft umgehend auf Gegenwind.
Laut Reuters focht Tata Trusts die Rechtmäßigkeit der verlängerten Amtszeit von Chandrasekaran an und forderte Tata Sons auf, Alternativen zu einer Börsennotierung zu prüfen. Zudem brachte die Shapoorji Pallonji Group den Vorschlag ein, ihren Anteil an Tata Sons zu monetarisieren. Die Unstimmigkeiten über Governance und Eigentümerstruktur belasteten in der Folge die Aktienkurse der gesamten Tata-Gruppe, einschließlich Tata Consultancy Services.
Partnerschaften im Banken- und Rohstoffsektor
Trotz der Unruhe im Mutterkonzern meldete das IT-Unternehmen neue Vereinbarungen im operativen Geschäft. Am 15. September vereinbarte Tata Consultancy Services eine Kooperation mit der Dubai Gold & Commodities Exchange. Die Modernisierung der Derivatemarkt-Infrastruktur soll über eine Plattform für Handel, Clearing und Marktüberwachung erfolgen.
Am selben Tag gab der Dienstleister eine langfristige strategische Partnerschaft mit der deutschen Aareal Bank bekannt. Gegenstand des Projekts ist die Einführung eines KI-gestützten, cloudbasierten Betriebsmodells. Zudem soll die bestehende Technologielandschaft der Bank modernisiert werden.
Ausbau industrieller Fertigungslösungen
Auch in der industriellen Automatisierung setzt das Unternehmen Schwerpunkte. Am 9. September startete Tata Consultancy Services auf seinem Campus im Sahyadri Park in Pune ein Entwicklungszentrum für autonome Fabrikprozesse. Das Labor soll Fortschritte in der KI-gestützten Fertigung vorantreiben.
Auf Ebene der öffentlichen Verwaltung sicherte sich das Unternehmen zudem einen Großauftrag in Indien. Mit einem Gebot über 122,6 Crore INR gewann der Konzern die Ausschreibung zur Umsetzung von OSWAS 3.0, der nächsten Entwicklungsphase für die digitale Regierungsplattform des Bundesstaats Odisha.
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