Die Handelskette hat am Donnerstag zwei neue Schwergewichte in den Verwaltungsrat berufen – und das ist kein Zufall. John Hoke III, ehemaliger Chefdesigner bei Nike, und Steve Bratspies, Ex-CEO von HanesBrands, sollen ab März beziehungsweise April das Ruder mit herumreißen. Der Zeitpunkt? Ausgerechnet vor dem Amtsantritt des neuen CEO Michael Fiddelke im Februar.
Die Botschaft ist klar: Target braucht dringend frischen Wind im Sortiment. Drei Quartale in Folge gingen die vergleichbaren Umsätze zurück. Der Aktienkurs verlor in den vergangenen zwölf Monaten 22 Prozent an Wert. Was einst als „Cheap Chic“ begeisterte, lockt heute kaum noch Kunden in die Läden.
Aktivisten wittern Chancen
Besonders brisant: Der Aktivistenanleger Toms Capital Investment Management hat im Dezember eine Beteiligung aufgebaut. Die Vorwürfe wiegen schwer. Target könne preislich nicht mit Amazon und Walmart mithalten, habe sein Markenprofil verwässert und mit der Rücknahme von Diversitäts-Programmen im vergangenen Jahr zusätzlich Image-Schaden erlitten.
Fiddelke hat seine Marschroute bereits abgesteckt: bessere Produktqualität, schärfere Preise, einheitlicheres Einkaufserlebnis. Doch kann er das allein stemmen? Die neuen Direktoren sollen genau hier ansetzen. Hoke verbrachte über 30 Jahre bei Nike und prägte dort das Design als strategischen Hebel. Bratspies führte HanesBrands bis zur Übernahme durch Gildan im vergangenen Jahr und war zuvor 15 Jahre bei Walmart – davon fünf als oberster Einkäufer.
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Erfahrung trifft auf Tradition
Beide bringen Target-Bezüge mit. Hoke arbeitete vor seiner Nike-Zeit bei Michael Graves Architecture & Design, jener Firma, die ikonische Haushaltsprodukte wie den „Spinning Whistle Teakettle“ für Target schuf. Bratspies kreuzte seine Wege mit dem aktuellen CEO Brian Cornell bei PepsiCo, als Cornell dort eine Führungsrolle innehatte.
Mit den Neubesetzungen wächst der Verwaltungsrat auf 15 Mitglieder. Hoke wird am 1. März in die Ausschüsse für Governance, Nachhaltigkeit sowie Vergütung einziehen. Bratspies übernimmt ab 1. April Mandate in den Gremien für Prüfung und Finanzen.
Parallel dazu hat Target am 22. Januar die 234. Dividende in Folge angekündigt – 1,14 Dollar je Aktie, zahlbar am 1. März an Aktionäre mit Bestandsstichtag 11. Februar. Seit dem Börsengang 1967 wurde die Ausschüttung nie unterbrochen. Ob die Kontinuität bei der Dividende auch die Trendwende im Geschäft einläutet, muss sich erst noch zeigen.
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