Take-Two Interactive verschärft seinen juristischen Kurs im Streit um den GTA-VI-Leak. Der Spielehersteller beantragte, Details einer zweiten Vorladung an Discord dauerhaft unter Verschluss zu halten. Als Begründung nennt das Unternehmen sensible vertrauliche Informationen im laufenden Verfahren wegen Urheberrechtsverletzung und Datenmissbrauchs.
Vorladungen gegen Microsoft und Discord
Bereits Ende August hatte Take-Two vor einem US-Bundesgericht Vorladungen gegen Microsoft und Discord eingereicht, um die Identität hinter der als „Cyberleek“ bekannten Quelle der Grand-Theft-Auto-VI-Leaks aufzudecken.
Die Frist zur Auskunft war auf den 4. September gesetzt. Dass das Unternehmen nun eine weitere, zweite Vorladung möglichst geheim halten will, deutet auf eine Ausweitung der Ermittlungen hin – offenbar geht es um mehr als nur den ursprünglichen Leak-Vorfall.
Rockstar Games hält trotz der anhaltenden Kontroverse am Erscheinungstermin für Grand Theft Auto VI am 19. November 2026 fest. Die Verzögerungsrisiken durch das juristische Tauziehen scheinen das Studio bislang nicht zu einer Anpassung des Zeitplans zu bewegen.
Zahlen übertreffen Erwartungen deutlich
Losgelöst von der Leak-Affäre lieferte Take-Two Anfang August überraschend starke Quartalszahlen. Für das zum 30. Juni beendete Quartal meldete das Unternehmen einen Umsatz von 1,53 Milliarden Dollar – deutlich über den von Analysten erwarteten 1,36 Milliarden Dollar.
Der Verlust je Aktie fiel mit 0,18 Dollar zwar höher aus als der Konsens von 0,33 Dollar Gewinn je Aktie vorsah, doch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr überzeugte: Take-Two stellte für das Gesamtjahr 2027 einen Gewinn je Aktie zwischen 5,750 und 6,000 Dollar in Aussicht, für das zweite Quartal 2027 zwischen 0,900 und 1,000 Dollar.
Institutionelle Anleger bauen Positionen aus
Trotz der Rechtsstreitigkeiten und der volatilen Kursentwicklung zeigen sich große institutionelle Investoren unbeeindruckt. Der Pensionsfonds Public Employees Retirement System of Ohio stieg Ende August neu bei Take-Two ein. Die kanadische Caisse de dépôt et placement du Québec kaufte rund 369.500 Aktien hinzu.
Solche Zukäufe fallen in eine Phase, in der die Aktie unter Druck steht: Der Titel notiert aktuell bei 189,40 Euro, nach einem Rückgang von 13 Prozent seit Jahresbeginn und einem Abstand von 18 Prozent zum 52-Wochen-Hoch von 231,40 Euro aus dem Juli.
Der jüngste Handelstag brachte mit einem Plus von 1,2 Prozent auf 189,40 Euro immerhin eine leichte Erholung gegenüber dem Dienstagsschluss von 187,10 Euro.
Die Diskrepanz zwischen institutionellem Vertrauen und Kursschwäche wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Gemengelage: Starke operative Zahlen und ein für November fest terminierter Blockbuster-Release treffen auf rechtliche Unsicherheiten rund um die Leak-Ermittlungen, die den Kurs kurzfristig belasten. Ob sich die Geheimhaltungsstrategie bei Gericht durchsetzt, dürfte in den kommenden Wochen ein zentraler Faktor für die Anlegerstimmung bleiben.
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