Take-Two liefert operativ ab – und hebt sogar die Jahresziele an. Trotzdem blieb die unmittelbare Marktreaktion verhalten. Warum rutscht ein Titel trotz klarer Ergebnis-Überraschung weiter ab?
Quartal klar über Erwartung
Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte der Spiele-Publisher bei Umsatz und operativer Dynamik spürbar zu. Der Umsatz stieg um 25% auf 1,70 Mrd. US-Dollar und lag damit über den Analystenerwartungen (1,58 Mrd. US-Dollar). Noch deutlicher fiel die Überraschung beim bereinigten Ergebnis aus: Das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie kam auf 1,23 US-Dollar – rund 48% über dem Konsens von 0,83 US-Dollar.
Wichtig für die Branche: Die sogenannten Net Bookings, also ein zentraler Indikator für die Umsatzqualität im Spiele-Geschäft, wuchsen um 28% auf 1,76 Mrd. US-Dollar. Wiederkehrende Konsumentenausgaben machten dabei 76% der Net Bookings aus – ein Hinweis auf stabile, laufende Einnahmen aus bestehenden Titeln und In-Game-Käufen.
Unterm Strich stand nach GAAP dennoch ein Verlust von 92,9 Mio. US-Dollar (0,50 US-Dollar je Aktie). Das Management führte das vor allem auf nicht zahlungswirksame Effekte wie aktienbasierte Vergütung und Abschreibungen auf zugekaufte immaterielle Vermögenswerte zurück.
Prognose rauf – GTA VI bleibt der Schlüssel
Mit den Zahlen im Rücken erhöhte Take-Two die Prognose für das Gesamtjahr 2026. Das Unternehmen erwartet nun:
- Net Bookings (GJ 2026): 6,65 bis 6,70 Mrd. US-Dollar
- Net Bookings (Q4 2026): 1,51 bis 1,56 Mrd. US-Dollar
- Non-GAAP EPS (GJ 2026): 3,75 bis 3,85 US-Dollar
CEO Strauss Zelnick sprach in der Telefonkonferenz von einer Übererfüllung „bei allen Labels“. Der strategische Fixpunkt bleibt jedoch Grand Theft Auto VI: Take-Two bestätigte den Release-Termin 19. November 2026, das Marketing soll im Sommer anlaufen. Für das Geschäftsjahr 2027 stellt das Management „rekordhohe Net Bookings“ in Aussicht – und damit eine neue Ertragsbasis.
Kurze Produktsignale, gemischte Analystenlage
Operativ untermauerte Take-Two das Momentum auch über Veröffentlichungen und Plattform-Expansionen. Im Quartal wurde etwa Red Dead Redemption inklusive Undead Nightmare auf weitere Plattformen ausgerollt. Zudem steht WWE 2K26 am 13. März 2026 auf dem Release-Plan, und Civilization VII erschien diese Woche (5. Februar) für Apple Arcade.
An der Wall Street fällt das Bild uneinheitlich aus: Vor den Zahlen hob UBS das Kursziel von 292 auf 300 US-Dollar an und blieb bei „Buy“. Wedbush bestätigte „Outperform“ mit ebenfalls 300 US-Dollar Kursziel. Gleichzeitig bleibt das Gesamturteil eher „moderat“: Laut MarketBeat liegt der Konsens bei „Moderate Buy“, das durchschnittliche Kursziel bei 273,11 US-Dollar.
Zur Marktreaktion passt, dass die Aktie in den vergangenen 30 Tagen deutlich nachgegeben hat (aktueller Kurs: 197,80 US-Dollar). Das deutet darauf hin, dass Anleger trotz erhöhter Guidance sehr genau hinschauen, wie belastbar die Erwartungen rund um den GTA-VI-Zyklus tatsächlich in den Zahlen ankommen.
Bis zum Marketingstart im Sommer und dem GTA-VI-Release am 19. November 2026 dürfte sich daher vieles um eine Frage drehen: Können die laufenden Marken das Wachstum hochhalten, während der Markt schon heute ein sehr starkes Geschäftsjahr 2027 einpreist?
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