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Take-Two Aktie: Manager verkaufen 135 Millionen Dollar

Trotz Insiderverkäufen und JPMorgan-Listenstreichung bleibt der Analystenkonsens für Take-Two auf "Strong Buy".

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • JPMorgan streicht Take-Two von Fokusliste
  • Manager verkaufen Aktien im Wert von 135 Mio. Dollar
  • Analysten bestätigen „Strong Buy“-Rating
  • GTA VI treibt Kursziele und Erwartungen

Take-Two Interactive notiert nur zwei Prozent unter seinem Rekordhoch. Trotzdem hat JPMorgan den Spielehersteller leise von einer wichtigen Empfehlungsliste gestrichen. Parallel verkaufen Top-Manager Aktien im dreistelligen Millionenwert. Und trotzdem bleibt die Wall Street bei einem klaren „Strong Buy“.

Die Aktie schloss am Mittwoch bei 220,80 Euro. Das liegt nur 2,00 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 225,30 Euro aus dem Oktober 2025. Binnen 30 Tagen legte der Kurs um 15,48 Prozent zu, allein in der vergangenen Woche um 5,14 Prozent.

JPMorgan streicht Take-Two von der Fokusliste

Am 1. Juli 2026 entfernte JPMorgan Take-Two Interactive Software offiziell von seiner Equity Analyst Focus List. Die Bank begründet den Schritt mit einer breiteren Neuausrichtung ihrer Coverage im Internet-Sektor. Mehrere Werte verloren aus internen Gründen ihren Platz auf der Liste.

Die fundamentale Einschätzung zu Take-Two selbst scheint sich dabei nicht verändert zu haben. Es handelt sich eher um eine Priorisierung innerhalb der Bank. Dennoch kann der Ausschluss von einer prominenten Empfehlungsliste kurzfristig auf die Stimmung drücken – besonders wenn er mit einer Welle an Insiderverkäufen zusammenfällt.

Manager verkaufen in großem Stil

In den vergangenen drei Monaten haben Insider Aktien im Wert von 135,3 Millionen US-Dollar verkauft. Die Verkäufe ziehen sich durch die gesamte Führungsriege. CEO und Chairman Strauss Zelnick verkaufte in den letzten sechs Monaten 338.969 Aktien für geschätzte 75,9 Millionen US-Dollar – ohne einen einzigen Zukauf.

Präsident Karl Slatoff trennte sich im gleichen Zeitraum von 249.327 Aktien im Wert von rund 56,2 Millionen US-Dollar. Auch Chief Legal Officer Daniel P. Emerson verkaufte: Am 16. Juni 2026 gab er 4.419 Aktien für etwa 1,0 Millionen US-Dollar ab.

Ein Großteil dieser Transaktionen läuft über planmäßige Rule-144-Verkäufe im Rahmen auslaufender Vesting-Fristen. Trotzdem hat das kumulierte Volumen die Aufmerksamkeit von Analysten geweckt, die den Titel vor dem größten Launch des Unternehmens seit Jahren genau beobachten.

Analysten bleiben trotzdem bullish

Der Analystenkonsens für Take-Two lautet weiterhin „Strong Buy“. Von 30 Analysten empfehlen 29 den Kauf, einer rät zum Verkauf, keiner zum Halten. Das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei 281,67 US-Dollar – das entspricht einem Aufwärtspotenzial von rund 18 Prozent.

Die jüngste Kurszielanpassung kam von BMO Capital. Am 25. Juni 2026 bestätigte die Bank ihr „Outperform“-Rating und setzte das Kursziel auf 285 US-Dollar.

GTA VI treibt die Bewertung

Der Optimismus speist sich fast vollständig aus einer Quelle: Grand Theft Auto VI. Seit Öffnung der Vorbestellungen meldet Take-Two ungewöhnlich starke Nachfrage. BTIG nahm die Coverage mit einer bullischen Einschätzung auf und begründet dies direkt mit dem Ertragspotenzial der Marke.

Der Titel könnte laut BTIG zu einer „nachhaltigen, mehrjährigen Verbesserung der Ertragskraft“ führen. Die Analysten rechnen mit einem Gewinnbeitrag von zehn US-Dollar je Aktie in den Geschäftsjahren 2027 bis 2029.

Bank of America geht noch weiter. Ein Analyst der Bank hob das Kursziel von 320 auf 368 US-Dollar an und verwies dabei auf die verbesserten Monetarisierungsaussichten von GTA Online. Mit 368 US-Dollar markiert dieses Ziel nun den höchsten Wert der gesamten Wall-Street-Bandbreite.

Charttechnik zeigt Überhitzung

Der RSI von 71,4 liegt deutlich über der neutralen Marke von 50 – ein klares Überkauft-Signal. Die Aktie notiert knapp 13 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 195,43 Euro und gut 11 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt von 198,26 Euro.

Auch am Optionsmarkt ist die Nervosität spürbar. Am Mittwoch wechselten bis 14:10 Uhr New Yorker Zeit 33.800 Kontrakte den Besitzer, davon 21.678 Call- und 12.122 Put-Kontrakte. Besonders auffällig: Der Call mit Fälligkeit 17. Juli 2026 und Basispreis 300 US-Dollar verzeichnete allein 6.810 gehandelte Kontrakte – bei einem offenen Interesse von nur 842. Trader positionieren sich damit sichtbar für weiteres Kurspotenzial Richtung Herbst.

Die Volatilität der Aktie liegt aktuell bei annualisiert 37,04 Prozent. Das unterstreicht, wie stark die Meinungen am Markt auseinandergehen: Auf der einen Seite steht eine breite Analystenmehrheit, die auf den kommerziellen Erfolg von GTA VI setzt. Auf der anderen Seite ziehen sich JPMorgan mit dem Fokuslisten-Ausschluss und die Führungsriege mit ihren Verkäufen zurück. Bis zum geplanten Launch im November dürfte sich zeigen, welches dieser beiden Signale für den Kursverlauf am Ende schwerer wiegt.

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