Der Videospiel-Publisher Take-Two Interactive steht unmittelbar vor einem neuen Allzeithoch. Ein massiver Kurssprung von fast 20 Prozent in nur 30 Tagen treibt die Papiere an. Die Fantasie der Anleger kreist dabei um ein einziges Ereignis im November.
Grand Theft Auto als Kurstreiber
Am 19. November erscheint „Grand Theft Auto VI“. Gerüchte über gigantische Vorbestellungen befeuern den Kurs. Das Spiel soll an nur einem Tag rund drei Milliarden US-Dollar eingespielt haben. Dieser Betrag würde die extrem hohen Entwicklungskosten sofort refinanzieren. Weder Rockstar Games noch Take-Two haben diese Summen bisher offiziell bestätigt.
Ende Juni flog Take-Two aus zwei wichtigen Russell-Value-Indizes. Die massiv gestiegene Bewertung erzwingt ein Umdenken bei den Indexanbietern. Die Folge: Das Papier gilt an der Wall Street nun offiziell als Wachstumsaktie.
Die Analysten bleiben fast ausnahmslos optimistisch. Von 30 befragten Experten raten 29 zum Kauf der Papiere. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei knapp 282 US-Dollar. Mehrere Banken haben ihre Prognosen kürzlich angehoben:
- Bank of America: Ziel auf 368 US-Dollar erhöht.
- UBS: Erwartung auf 300 US-Dollar hochgeschraubt.
- BMO Capital: Neues Kursziel bei 285 US-Dollar.
Klumpenrisiko trifft auf überhitzten Chart
Einige Markbeobachter warnen parallel dazu vor einer gefährlichen Konzentration. Der extreme Fokus auf einen einzigen Blockbuster-Titel bindet den kompletten Unternehmenserfolg an diesen einen Launch.
Technisch betrachtet ist die Aktie ohnehin überkauft. Der RSI-Wert notiert bei einem extremen Level von 72,9. Trotzdem hält der Kaufdruck an. Am Freitag ging das Papier bei 223,20 Euro aus dem Handel. Damit fehlt nur noch knapp ein Prozent zum Rekordhoch aus dem vergangenen Oktober.
Der November-Termin rückt näher. Bis zum Launch von GTA VI müssen offizielle Vorbesteller-Zahlen das aktuelle Bewertungsniveau zwingend stützen. Enttäuschen die kommenden Updates, droht der Aktie nach der jüngsten Kursrallye eine spürbare Konsolidierung.
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