Der Rückversicherungsmarkt wird härter – im negativen Sinne. Neue Daten der Erneuerungsrunde zum 1. Juli zeigen einen deutlichen Preisverfall. Für Swiss Re wird der Wettbewerb um profitable Margen damit schwieriger. Die Aktie hält sich dennoch stabil.
Die Sommermonate sind für Rückversicherer die wichtigste Zeit des Jahres. Im Juli laufen viele Verträge aus und werden neu verhandelt. Makler Guy Carpenter liefert dazu aktuelle Zahlen – und sie fallen ernüchternd aus.
Preise fallen schneller als erwartet
Der Index für Katastrophenrisiken sank zur Jahresmitte um 16 Prozent. Damit beschleunigt sich der Preisverfall. Im Januar lag das Minus noch bei 12 Prozent. Der Grund: Die Kapazität am Markt ist reichlich vorhanden. Viele Rückversicherer haben ihre Risikobereitschaft erhöht und drücken auf die Preise.
Gleichzeitig erreicht der Markt für Katastrophenanleihen Rekordniveau. Im ersten Halbjahr 2026 lag das ausstehende Volumen bei über 61 Milliarden US-Dollar. Mehr Kapital, das um die gleichen Risiken konkurriert. Das setzt Swiss Re unter Druck.
Zusätzliche Belastungen
Hinzu kommen steigende Schadenschätzungen. Die Reserven für den Einsturz der Baltimore-Brücke wurden von 1,5 auf 2,8 Milliarden US-Dollar angehoben. Das belastet die Aussichten für den Marine-Sektor.
CEO Andreas Berger sieht sich zudem wachsender Kritik ausgesetzt. Die Organisation „Insure Our Future“ stuft Swiss Re als „Klima-Nachzügler“ ein. Wettbewerber wie Munich Re oder Hannover Re schneiden besser ab. Kritisiert wird der Rückzug von der SBTi-Validierung 2025. Die Prämieneinnahmen aus dem Öl- und Gassektor sollen von 53 auf 73 Prozent gestiegen sein.
Die Aktie notiert aktuell bei 138,85 Euro. Der RSI liegt mit 65,9 im neutralen Bereich. Seit dem 52-Wochen-Tief bei 123,70 Euro Anfang Juni hat sich das Papier um rund 8 Prozent erholt. Die Erholung bleibt aber fragil.
Der Blick richtet sich nun auf die Hurrikan-Saison im Nordatlantik. Bleiben schwere Stürme aus, dürfte der Preisdruck anhalten. Kommen Großschäden, könnte der Markt wieder härter werden – und Swiss Re höhere Prämien verlangen.
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