Auf den ersten Blick wirkt die Hauptversammlung von Super Micro Computer wie ein Vertrauensbeweis. Aktionäre stimmten für das Management, bestätigten Direktoren und segneten das Vergütungspaket ab. Der Hintergrund ist allerdings deutlich unruhiger: Wertpapierklagen häufen sich, das Justizministerium hat Anklage erhoben — und am 5. Mai folgen die Quartalszahlen.
Aktionäre stärken dem Vorstand den Rücken
Auf der Hauptversammlung am 15. April 2026 billigten die Aktionäre eine Erweiterung des Aktienoptionsplans von 2020. Insgesamt stehen nun 118 Millionen Aktien für Vergütungsawards bereit, darunter 15 Millionen neu genehmigte Anteile. Der Plan läuft bis April 2036 und soll als zentrales Instrument zur Mitarbeiterbindung dienen.
Charles Liang, Tally Liu und Sherman Tuan wurden als Direktoren der Klasse I wiedergewählt und bleiben bis zur Hauptversammlung nach dem Geschäftsjahr 2028 im Amt. Mit rund 426 Millionen Ja-Stimmen bestätigten die Aktionäre außerdem BDO USA als Abschlussprüfer für das laufende Geschäftsjahr.
Exportkontroll-Vorwürfe belasten das Unternehmen schwer
Parallel dazu eskaliert die rechtliche Lage. Allein am 22. April 2026 kündigten mehrere US-Anwaltskanzleien Sammelklagen wegen Wertpapierbetrugs an. Die Kläger werfen Super Micro vor, Investoren nicht darüber informiert zu haben, dass ein erheblicher Teil der Serververkäufe an chinesische Unternehmen ging — und dass diese Transaktionen gegen US-Exportkontrollgesetze verstießen.
Den Kern der Vorwürfe bildet eine Anklage des US-Justizministeriums vom 19. März 2026. Drei Personen aus dem Umfeld von Super Micro sollen zwischen 2024 und 2025 systematisch Server mit fortschrittlichen KI-Chips im Wert von rund 2,5 Milliarden Dollar nach China umgeleitet haben — unter Umgehung der Exportbeschränkungen des Handelsministeriums für Nvidia-GPUs. Super Micro selbst ist nicht als Beklagte benannt, hat jedoch ein Komitee unabhängiger Direktoren eingesetzt, das einen externen Anwalt beauftragt hat und die Vorgänge untersucht.
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An dem Tag, als die Anklage öffentlich wurde, brach die Aktie um 33,3 Prozent auf 20,53 Dollar ein.
Quartalszahlen als nächster Belastungstest
Seit dem Einbruch hat sich der Kurs teilweise erholt — Mitte April verzeichnete die Aktie sechs Gewinntage in Folge mit einem kumulierten Plus von 23 Prozent. Wie belastbar diese Erholung ist, dürfte sich rasch zeigen.
Am 5. Mai legt Super Micro die Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Investoren werden genau prüfen, ob die rechtlichen Turbulenzen bereits Spuren im Umsatz hinterlassen haben. Die Frist für Kläger, die Rolle des Hauptklägers in den Sammelklagen zu übernehmen, läuft am 26. Mai ab — nur drei Wochen nach dem Earnings Call. Beide Termine zusammen markieren den wohl kritischsten Monat für das Unternehmen seit Jahren.
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