Super Micro Computer setzt auf der Computex in Taipeh ein deutliches Ausrufezeichen. Die Aktie reagierte prompt. Das Papier kletterte am Dienstag um rund sieben Prozent auf einen Schlusskurs von 50,12 US-Dollar. Neben technologischen Neuheiten treibt vor allem ein milliardenschwerer Liefervertrag den Optimismus der Anleger.
Offensive bei KI-Infrastruktur
Das Unternehmen stellte die AMD-Helios-Plattform vor. Sie ist speziell auf das Training großer Sprachmodelle (LLMs) zugeschnitten. Das System kombiniert AMD-Instinct-MI455X-Grafikprozessoren mit der neuesten EPYC-Prozessorgeneration, wobei die Auslieferung für die zweite Jahreshälfte 2026 geplant ist.
Parallel dazu vertieft der Server-Spezialist die Zusammenarbeit mit Arm. Beeindruckend: Ein einzelnes flüssigkeitsgekühltes Rack kann über 45.000 Kerne unterstützen. Dafür sorgen neue Arm-AGI-CPUs mit bis zu 136 Kernen pro Prozessor. Diese Architektur zielt auf die steigenden Energieanforderungen von „Agentic AI“ ab.
Kühlung als Wettbewerbsvorteil
Um die enorme Hitzeentwicklung moderner KI-Chips zu bändigen, präsentierte der Konzern das Kühlmittel SMC PG25-A. Dieses bietet laut Hersteller eine tausendfach höhere elektrische Impedanz als Standardlösungen. Das minimiert Ausfallrisiken bei Leckagen erheblich.
Ergänzend dazu dienen neue „DCBBS“-Baupläne als Referenzdesigns für Rechenzentren. Diese skalierbaren Konzepte reichen von 5 Megawatt bis zu einem Gigawatt Leistung. Sie unterstützen unter anderem die künftigen Vera-Rubin-Architekturen von NVIDIA.
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Milliardenauftrag aus Asien
Ein konkreter Großauftrag untermauert die Wachstumsambitionen. Super Micro Computer schloss einen Liefervertrag über zwei Milliarden US-Dollar mit Gorilla Technology ab. Die Vereinbarung umfasst zehntausende GPU-Karten für das Yotta-Projekt in Indien. Zudem schafft der Deal einen Rahmen für weitere Expansionen im asiatisch-pazifischen Raum.
Die gesamte Branche profitiert derzeit von massiven Investitionen in die Hardware-Infrastruktur. Zuletzt lieferten auch Wettbewerber wie Dell und Hewlett Packard Enterprise starke Zahlen aus dem KI-Segment. Die Analysten von Mizuho reagierten bereits auf die Entwicklung. Sie hoben ihr Kursziel für die Aktie auf 44 US-Dollar an.
Die Marktdynamik bleibt hoch. Während die Bewertung im Vergleich zum Wettbewerb für Gesprächsstoff sorgt, richtet sich der Blick nun auf die zweite Jahreshälfte 2026. Dann sollen die ersten Systeme der neuen Helios-Generation ausgeliefert werden.
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