Bei Süss MicroTec rückt nach der gesenkten Jahresprognose die angekündigte Quartalsmitteilung in den Mittelpunkt. Sie bietet den nächsten Anlass, die Folgen von Produktionsumbau und Komponentenengpässen einzuordnen. Die am Mittwoch gesenkten Analystenkursziele zeigen bereits: Die Kaufempfehlungen bestehen fort, die Erwartungen an die Aktie fallen jedoch niedriger aus.
Weniger Umsatz und geringere Marge
Süss MicroTec hat am 27. Oktober die Beendigung der Fertigung von Systemen und Modulen in Garching gemeldet. Die Produktion soll nach Zhubei und Sternenfels verlagert werden. Zugleich senkte das Unternehmen seinen Ausblick.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Süss MicroTec nun einen Umsatz von 405 bis 425 Millionen Euro. Damit setzt das Unternehmen den Rahmen für das laufende Geschäftsjahr enger und niedriger an.
Hinter der Korrektur stehen unterschiedliche Belastungen. Einerseits nennt Süss MicroTec Einmalkosten der Umstrukturierung. Andererseits könnten Engpässe bei bestimmten Komponenten dazu führen, dass Umsätze erst im kommenden Geschäftsjahr anfallen. Für die Einordnung ist diese Unterscheidung wichtig: Zusätzliche Kosten und mögliche Umsatzverschiebungen betreffen verschiedene Seiten der Ergebnisentwicklung.
Die bisherige Umsatzprognose hatte bei 425 bis 485 Millionen Euro gelegen. Die neue Obergrenze entspricht damit der bisherigen Untergrenze.
Auch die erwartete Profitabilität fällt geringer aus. Der Umbau belastet somit nicht nur die Produktionsstruktur, sondern zusammen mit den Komponentenengpässen auch den finanziellen Ausblick.
Die neue Prognose für die EBIT-Marge beträgt 5 % bis 7 %. Zuvor hatte das Unternehmen mindestens 8 % erwartet.
Kaufempfehlungen trotz niedrigerer Kursziele
Die Analysten reagierten auf die veränderte Ausgangslage mit deutlichen Zielsenkungen. Sie rückten dabei nicht von ihren positiven Anlageurteilen ab. Darin liegt die zentrale Einschränkung der Analystenreaktion: Niedrigere Bewertungsmaßstäbe sind nicht gleichbedeutend mit Verkaufsempfehlungen.
Medienberichten zufolge senkte Jefferies am Mittwoch das Kursziel auf 84 Euro. Berenberg reduzierte sein Ziel am selben Tag auf 100 Euro. Beide Häuser beließen ihre Einstufung auf „Kaufen“.
Die unveränderten Empfehlungen heben die operativen Risiken allerdings nicht auf. Entscheidend für die weitere Einordnung ist, wie sich die angekündigte Verlagerung und die möglichen Umsatzverschiebungen im Geschäft niederschlagen. Aus der Formulierung des Unternehmens folgt bislang nicht, dass sämtliche betroffenen Umsätze tatsächlich verschoben werden.
Als nächster Termin ist der 5. November angekündigt. Dann will Süss MicroTec die Quartalsmitteilung zum 30. September 2026 veröffentlichen. Nach der Prognosekorrektur steht damit vor allem deren operative Einordnung im Fokus — nicht allein die Frage, welche Kursziele Analysten weiterhin nennen.
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