Strategy sitzt zwischen zwei Stühlen: Auf der einen Seite drücken fallende Bitcoin-Kurse die Bilanz und damit auch die Stimmung am Markt. Auf der anderen Seite greifen ausgerechnet große Institutionelle beherzt zu. Warum setzen sie gerade jetzt auf die Aktie?
Amundi stockt massiv auf
Neue Pflichtmeldungen zeigen: Amundi, einer der größten Vermögensverwalter Europas, hat seinen Anteil im vierten Quartal 2025 deutlich ausgebaut. Laut 13F-Meldung kaufte Amundi rund 3,77 Mio. Aktien hinzu – ein Plus von 373%. Damit kommt der Bestand auf knapp 4,8 Mio. Aktien (zum Zeitpunkt der Meldung rund 728 Mio. US-Dollar wert).
Auch Jane Street legte nach: Die Position stieg in den jüngsten Unterlagen um 473% auf etwa 951.000 Aktien (rund 121 Mio. US-Dollar). Der gemeinsame Nenner: Trotz schwächerer Kursphase wird Strategy als liquider Zugang zu Bitcoin-Exposure gesehen – über eine regulierte Aktie, die sich für große Fonds operativ leichter handeln lässt als direkte Krypto-Bestände.
Der Druckpunkt: Bitcoin unter Einstand
Der Kurs bleibt trotzdem eng an Bitcoin gekoppelt. Strategy hält per 28. Februar 717.722 BTC. Gleichzeitig liegt der durchschnittliche Kaufpreis bei etwa 76.020 US-Dollar je Bitcoin – während Bitcoin im Quelltext bei rund 65.702 US-Dollar genannt wird. Diese Lücke ist der Kern der aktuellen Spannung: Strategy bräuchte grob eine Bitcoin-Bewegung von rund 15%, um auf Einstand zu kommen.
Das erklärt, warum sich institutionelles Aufstocken und kurzfristiger Kursdruck nicht widersprechen müssen: Wer Strategy primär als Bitcoin-Stellvertreter kauft, akzeptiert, dass die Aktie bei fallenden Coins mit nach unten gezogen wird. In den bereitgestellten Kursdaten zeigt sich der Abwärtstrend klar: Über 30 Tage liegt die Aktie rund 17% im Minus.
100. Bitcoin-Kauf – und die Kehrseite der Finanzierung
Strategy hat zuletzt den 100. Bitcoin-Kauf gemeldet: 592 BTC für etwa 39,8 Mio. US-Dollar. Finanziert wurde das unter anderem durch den Verkauf von rund 297.940 Stammaktien. Genau hier liegt der Knackpunkt für Aktionäre: Das Modell setzt konsequent auf Bitcoin-Aufbau – kann aber durch wiederholte Aktienverkäufe zu Verwässerung führen.
Hinzu kommt die wachsende Komplexität auf der Finanzierungsseite. Strategy erhöhte die jährliche Dividendenrate der Variable Rate Series A Perpetual Stretch Preferred Stock (STRC) von 11,00% auf 11,25%. Für den Monat bis 28. Februar wurde eine Bar-Dividende von 0,9375 US-Dollar je STRC-Aktie beschlossen. Solche Vorzugsaktien können zwar Kapital beschaffen, schaffen aber auch vorrangige Ansprüche gegenüber Stammaktionären.
Q4: Umsatz besser, Ergebnis tiefrot
In den am 5. Februar 2026 eingereichten Zahlen für Q4 2025 fiel der Kontrast besonders deutlich aus: Der Umsatz lag mit 123 Mio. US-Dollar über der Erwartung von 118,5 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig stand ein Nettoverlust von 12,44 Mrd. US-Dollar zu Buche – getrieben von einem nicht realisierten Verlust von 17,44 Mrd. US-Dollar auf digitale Vermögenswerte.
Die Botschaft dahinter ist klar: Die Ergebnisrechnung wird immer stärker von Bitcoin-Preisschwankungen und deren Bilanzierung geprägt, während das operative Geschäft in der Wahrnehmung in den Hintergrund rückt. Das erhöht die Volatilität – fundamental wie psychologisch.
Im zweiten Quartal 2026 dürfte sich daher alles an zwei Faktoren festmachen: ob Bitcoin wieder nachhaltig über den durchschnittlichen Einstand von Strategy zurückläuft – und wie aggressiv das Unternehmen weitere Käufe über Aktien- und „At-the-market“-Programme finanziert.
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