Michael Saylor predigt seit Jahren das eiserne Halten von Bitcoin. Nun verkauft sein Unternehmen Strategy erstmals seit 2022 wieder eigene Bestände. Der Markt reagiert nervös auf diesen Strategiewechsel. Dabei kauft der Konzern im Hintergrund massiv nach.
Am Freitag schloss das Papier bei 107,14 Euro und verbuchte ein Tagesplus von gut drei Prozent. Zuvor meldete das Management den Kauf von weiteren 1.550 Bitcoin. Strategy kontrolliert damit einen signifikanten Teil der weltweiten Umlaufmenge.
Für Aufsehen sorgte allerdings ein anderer Deal. Strategy veräußerte 32 Bitcoin für etwa 2,5 Millionen US-Dollar. CEO Phong Le nennt dafür drei Gründe. Das Unternehmen wollte steuerliche Verluste geltend machen und die eigenen Verkaufssysteme testen.
Le sprach parallel dazu von einer strategischen Vorbereitung des Marktes auf künftige Verkäufe. Michael Saylor verteidigte den Schritt. Seine persönliche Philosophie bleibe zwar das strikte Halten. Der Konzern benötige aber finanzielle Flexibilität. Die Erlöse fließen in die Dividende der Vorzugsaktien.
Liquiditätsentzug durch SpaceX
Der breite Kryptosektor kämpft im zweiten Quartal 2026 mit starkem Gegenwind. Ein Hauptgrund ist der gigantische Börsengang von SpaceX. Der Raketenbauer zog Milliarden an privatem Kapital an. Diese Liquidität fehlt nun bei alternativen Anlagen wie Bitcoin.
Die Folge: fallende Kurse. US-Spot-ETFs auf Bitcoin verzeichneten seit Anfang Juni Abflüsse von 2,1 Milliarden US-Dollar. Der Bitcoin-Kurs rutschte zeitweise unter die Marke von 60.000 US-Dollar. Analysten von JPMorgan sehen den Trend zum Bitcoin als Inflationsschutz schwinden.
Historischer Bewertungsabschlag
Für die Strategy-Aktie ging es auf Jahressicht um gut 67 Prozent abwärts. Aktuell notiert das Papier mit einem Abschlag von 18 Prozent zum Nettoinventarwert der Bitcoin-Bestände. Anleger kaufen das Krypto-Asset über die Aktie also theoretisch mit Rabatt.
Technische Indikatoren stützen dieses Bild. Der RSI-Wert von knapp 38 signalisiert einen fast überverkauften Zustand. Analysten sehen den fairen Wert laut Cashflow-Modellen bei rund 156 US-Dollar. Schließt sich diese Bewertungslücke, bietet das aktuelle Niveau erhebliches Aufwärtspotenzial.
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