Ein sattes Gewinnplus und milliardenschwere Aktienrückkäufe reichen der Börse derzeit nicht aus. Obwohl der brasilianische Fintech-Spezialist StoneCo die Erwartungen beim Ergebnis schlug, schickten enttäuschende Umsatzzahlen und ein vorsichtiger Ausblick die Aktie auf Talfahrt.
Das vierte Quartal 2025 hinterlässt ein widersprüchliches Bild. Während das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) mit 0,50 US-Dollar die Konsensschätzung von 0,48 US-Dollar übertraf, blieb der Quartalsumsatz mit 675,42 Millionen US-Dollar hinter den erwarteten 704,26 Millionen US-Dollar zurück. Auf Jahressicht glänzte das Unternehmen zwar mit einem EPS-Wachstum von rund 34 Prozent auf 9,71 BRL, doch der Markt blickt bereits kritisch auf die kommenden Monate.
Konservativer Ausblick schürt Skepsis
Verantwortlich für die heftige Marktreaktion – die Aktie verzeichnete nach Bekanntgabe der Zahlen einen Einbruch von rund 19 Prozent – ist vor allem die Prognose für das Geschäftsjahr 2026. Das Management stellt ein bereinigtes Ergebnis je Aktie zwischen 10,8 und 11,4 BRL in Aussicht. Viele Investoren bewerten diese Zielsetzung als zu vorsichtig und zweifeln an der nötigen Dynamik im wettbewerbsintensiven brasilianischen Zahlungsmarkt.
Da half es auch wenig, dass der Konzern bereits Ende Februar den Verkauf der Tochter Linx erfolgreich abschloss. Die Marktteilnehmer konzentrierten sich stattdessen auf die verfehlten Umsatzziele, was die Sorge vor einer Wachstumsverlangsamung im Kerngeschäft befeuert.
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Milliarden-Paket für Aktionäre
Um den Kurs zu stützen und das Vertrauen zurückzugewinnen, setzt StoneCo massiv auf Kapitalrückführungen. Insgesamt plant das Unternehmen, im Jahr 2026 über 5 Milliarden BRL an die Aktionäre auszuschütten. Diese Summe setzt sich aus einem neuen Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 2 Milliarden BRL sowie der Weitergabe der Linx-Verkaufserlöse zusammen. Kann dieses massive Paket das Vertrauen der Anleger nachhaltig zurückgewinnen?
Die technische Lage spiegelt die tiefe Verunsicherung wider. Mit einem gestrigen Schlusskurs von 12,27 Euro notiert das Papier nur noch knapp 3,85 Prozent über seinem jüngsten 52-Wochen-Tief von 11,81 Euro. Ein Relative-Stärke-Index (RSI) von 19,9 deutet zwar auf eine extrem überverkaufte Situation hin, doch eine fundamentale Bodenbildung steht noch aus.
Am 3. Juni 2026 wird StoneCo die Ergebnisse für das erste Quartal vorlegen. Bis dahin muss das Management beweisen, dass die Skalierung des Kreditportfolios und neue KI-gestützte Produktivitätsinitiativen ausreichen, um die konservativen Jahresziele zu übertreffen und die operative Marge abzusichern.
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