Fast 190 Prozent Kursgewinn seit Jahresbeginn — und dann nochmal ein Sprung von elf Prozent obendrauf. STMicroelectronics hat seinen Aktionären heute einen bemerkenswerten Tag beschert.
Auslöser ist eine drastisch angehobene Umsatzprognose für das Rechenzentrumsgeschäft. Für 2026 peilt das Unternehmen nun rund eine Milliarde Dollar an — zuvor stand dort der Zielwert von „deutlich über 500 Millionen Dollar“. Sollte das aktuelle Nachfragewachstum anhalten, könnte dieser Wert bis 2027 erneut auf zwei Milliarden Dollar steigen. Auch das ist eine Verdopplung gegenüber der früheren Planung.
KI als Wachstumsmotor
Hinter den Zahlen steckt eine klare strategische Neuausrichtung. Konzernchef Jean-Marc Chery hat den Chipkonzern — der traditionell Unternehmen wie Tesla und Apple beliefert — gezielt auf das Rechenzentrumssegment ausgerichtet. Bereits im Februar wurde eine Liefervereinbarung mit dem AWS-Geschäft von Amazon bekannt, für Konnektivitäts- und Energiemanagement-Chips. Zum Quartalsbericht im April bezeichnete Chery 2026 als „bedeutenden Durchbruch“ in diesem Bereich.
Jefferies-Analyst Janardan Menon wertete die heutigen Aussagen als Beleg dafür, dass die aufgebauten Kapazitäten auf reale Nachfrage treffen — kein selbst herbeidefinierter Optimismus, sondern eine von Aufträgen getragene Prognoseerhöhung.
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Rückkehr auf ein Niveau wie zur Jahrtausendwende
Der heutige Kurssprung auf 65,80 Euro markiert den höchsten Stand seit dem Jahr 2000 — der Ära, als der Technologiehype rund um die „New Economy“ die Bewertungen in ungeahnte Höhen trieb. Marktbeobachter betonen dabei den wesentlichen Unterschied zur damaligen Situation: Heutige Halbleiterunternehmen sind profitabler und finanziell stabiler, die Bewertungen insgesamt moderater.
STMicro war heute der stärkste Wert im CAC 40, der seinerseits knapp ein Prozent zulegte. Das positive Umfeld zog auch andere Sektorwerte mit: Infineon kletterte um fast sieben Prozent und führte den DAX an.
Mit der Prognoseerhöhung hat das Management eine klare Messlatte gelegt. Die Milliarden-Dollar-Marke im Rechenzentrumssegment ist nun offizielles Ziel für dieses Jahr — und wer 2027 im Kalender hat, wird genau beobachten, ob das Wachstumstempo tatsächlich anhält.
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