Red Cat hat sich am Mittwoch im Rahmen einer Zusammenschlussvereinbarung verpflichtet, den Standort Steyr drei Jahre zu erhalten. Für zwei Jahre sollen zudem keine betriebsbedingten Kündigungen technischer Mitarbeiter veranlasst werden. Damit enthalten die Übernahmepläne für Steyr Motors konkrete Zusagen zur betrieblichen Kontinuität. Sie ersetzen allerdings nicht die Bedingungen für den Vollzug.
Befristete Zusagen für Standort und Beschäftigte
Steyr Motors schloss die Vereinbarung mit Red Cat Holdings und deren Tochtergesellschaft SMOT Acquisition. Nach Unternehmensangaben verknüpft sie das angekündigte Übernahmeangebot mit Verpflichtungen gegenüber dem Standort und den Beschäftigten.
Für Anleger ist dabei der Umfang der Zusagen entscheidend. Der Erhalt des Standorts und der Schutz technischer Mitarbeiter betreffen unterschiedliche Bereiche. Auch ihre Laufzeiten unterscheiden sich. Die Vereinbarung sollte deshalb nicht als unbefristete Garantie für unveränderte betriebliche Strukturen verstanden werden.
Die Verpflichtungen geben dem Vorhaben einen Rahmen über den reinen Aktienerwerb hinaus. Daraus lässt sich jedoch weder eine zusätzliche Ergebnisprognose noch eine konkrete Zusage für künftige Investitionen ableiten. Für die Beurteilung des Angebots bleiben die betrieblichen Zusagen und die finanziellen Konditionen getrennt zu betrachten.
Annahmefrist läuft, Vollzug bleibt bedingt
Gestern begann die Annahmefrist für das freiwillige Barangebot. SMOT Acquisition bietet EUR 39,00 je Aktie. Die Frist endet am 18.12.2026 um 17:00 Uhr MEZ.
Der Beginn der Frist ist ein weiterer Verfahrensschritt, aber noch kein Abschluss der Übernahme. Die Standortvereinbarung ändert daran nichts: Aktionäre entscheiden über die Annahme eines Angebots, dessen Vollzug weiterhin unter Vorbehalten steht.
Zu den Bedingungen gehören behördliche Genehmigungen und eine Mindestannahmeschwelle von 50 % plus einer Aktie. B&C Holding Österreich hat zugesagt, ihre Beteiligung von rund 15 % anzudienen.
Diese Zusage unterstützt das Vorhaben. Sie bedeutet aber nicht, dass die Mindestannahmeschwelle bereits erreicht ist. Für Anleger bleiben damit sowohl die weitere Beteiligung der Aktionäre als auch die regulatorischen Freigaben entscheidend.
Operative Entwicklung als eigener Bewertungsmaßstab
Parallel zum Übernahmeprozess legte Steyr Motors am Donnerstag Geschäftszahlen vor. Im dritten Quartal 2026 stieg der Konzernumsatz um 11,2 % auf EUR 12,5 Mio.
Die operative Entwicklung bleibt auch während der Angebotsfrist relevant. Die Bewertung des laufenden Geschäfts und die Entscheidung über das Barangebot sind miteinander verbunden, aber nicht identisch. Befristete Standortzusagen beantworten andere Fragen als Umsatzentwicklung und Ertragskraft.
Das bereinigte EBIT erreichte EUR 1,4 Mio. nach EUR 0,9 Mio. im Vorjahresquartal. Der Vorstand bestätigte außerdem die Jahresprognose.
Für die Einordnung ergibt sich damit ein klarer Unterschied: Die Vereinbarung konkretisiert den Schutz von Standort und Beschäftigten. Ob Red Cat die Übernahme vollziehen kann, hängt weiterhin von der Annahme des Angebots und den erforderlichen Genehmigungen ab.
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