Startseite » Europa-Märkte » Steyr Motors Aktie: 65 Millionen Euro mit Shangyan

Steyr Motors Aktie: 65 Millionen Euro mit Shangyan

Steyr Motors notiert nach dem Aus der Übernahmegespräche wieder fester. Analysten bleiben zuversichtlich und sehen den Auftragsbestand als Stütze.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kurserholung nach gescheiterter Übernahme
  • UGV-Kooperation mit RTC vereinbart
  • Auftragsbestand über 300 Millionen Euro
  • Umsatzprognose 2026 fast verdoppelt

Die Aktie der Steyr Motors AG verzeichnete am heutigen Dienstag eine deutliche Gegenbewegung, nachdem der Wert in der vergangenen Woche durch das Ende von Übernahmegesprächen unter Druck geraten war. Das Papier notiert aktuell bei 36,04 Euro, was einem Zuwachs von 2,68 % entspricht. Damit liegt der Kurs derzeit 5,49 % über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage. Marktbeobachter berichten am heutigen Dienstag von einer anhaltend hohen Volatilität, nachdem Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Unternehmens das Handelsgeschehen bestimmt hatten.

Am vergangenen Dienstag gab der US-amerikanische Drohnen- und Robotikspezialist Red Cat Holdings offiziell bekannt, sein nicht-bindendes Übernahmeangebot für alle Anteile an Steyr Motors zurückzuziehen. Die Verhandlungen über ein sogenanntes Business Combination Agreement wurden laut einer Unternehmensmeldung ohne Ergebnis beendet. Trotz des geplatzten Deals bewerten Analysten die fundamentale Positionierung des österreichischen Motorenspezialisten im Verteidigungssektor weiterhin positiv.

Fokus auf unbemannte Landsysteme und Großaufträge

Unabhängig von der gescheiterten Übernahme treibt Steyr Motors seine Expansion in neue Technologiefelder voran. Das Unternehmen meldete im Juni den Markteintritt in den Bereich der unbemannten Bodenfahrzeuge (UGV). Die hauseigene Motorentechnologie soll künftig das modulare System „CORNUS UGV“ des slowenischen Herstellers RTC antreiben. Diese Kooperation unterstreicht die Strategie, verstärkt als Zulieferer für moderne Verteidigungs- und Robotikplattformen aufzutreten.

Zudem sichert ein stabiler Auftragsbestand die langfristige Auslastung. Dieser lag zum Ende des Geschäftsjahres 2025 bei über 300 Millionen Euro. Medienberichten zufolge bietet insbesondere das im September 2025 gegründete Joint Venture mit dem asiatischen Partner Shangyan Power Technology Jiangsu erhebliches Potenzial. Die Zusammenarbeit sieht ab dem laufenden Jahr einen Mindestumsatz von 65 Millionen Euro über eine Laufzeit von fünf Jahren vor.

Ehrgeizige Wachstumsziele für das Geschäftsjahr 2026

Für das Gesamtjahr 2026 hat das Management eine ambitionierte Guidance ausgegeben. Erwartet wird ein Umsatz zwischen 75 Millionen Euro und 95 Millionen Euro, was nahezu einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreswert von 48,5 Millionen Euro entsprechen würde. Dabei strebt das Unternehmen eine operative Marge (EBIT-Marge) von mindestens 15 % an. Die Marktkapitalisierung von Steyr Motors beläuft sich derzeit auf 186,31 Millionen Euro.

Im ersten Quartal 2026 musste das Unternehmen allerdings zunächst einen Rückgang des operativen Ergebnisses (EBIT) hinnehmen. Dieses sank von 2,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,9 Millionen Euro. Das Management begründete diese Entwicklung mit Projektverschiebungen und notwendigen Vorleistungen für künftige Projekte. Dennoch hielt das Unternehmen an seinen Zielen fest und schüttete nach einem Beschluss der Hauptversammlung im April eine Dividende von 0,25 Euro je Aktie für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025 aus.

Personelle Neuausrichtung und Analystenstimmen

Parallel zur strategischen Entwicklung gab es Veränderungen an der Spitze des Kontrollgremiums. Dr. Rolf Wirtz, früherer CEO von thyssenkrupp Marine Systems, übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrats. Zudem leitet Gerhard Schwartz, ehemals bei der Prüfungsgesellschaft EY tätig, künftig den Prüfungsausschuss. Diese Neubesetzungen sollen die industrielle Expertise und die Transparenz des Unternehmens stärken.

Analysten reagierten in den vergangenen Tagen mit Bestätigungen ihrer Kaufempfehlungen auf die neue Lage ohne Übernahmepartner. Die Baader Bank belässt die Einstufung für Steyr Motors am vergangenen Dienstag auf „BUY“ mit einem Kursziel von 61,00 Euro. Die Analysten von NuWays bestätigten am Donnerstag ebenfalls ihr Urteil „BUY“ und rufen ein Kursziel von 53,00 Euro auf. Sie verweisen auf den hohen Auftragsbestand, räumen jedoch eine begrenzte kurzfristige Visibilität für die zweite Jahreshälfte 2026 ein. Weitere Details zum Geschäftsverlauf werden am 19. August erwartet, wenn das Unternehmen seinen Halbjahresbericht vorlegt.

Anzeige

Steyr Motors-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Steyr Motors-Analyse vom 4. August liefert die Antwort:

Die neusten Steyr Motors-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Steyr Motors-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 4. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Steyr Motors: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...

Diskussion zu Steyr Motors

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

Die Ergebnisse sprechen für sich: Leser meines Börsendienstes erzielten über zwei Jahrzehnte einen durchschnittlichen Depotzuwachs von +576%. Meine rechtzeitigen Warnungen vor dem Crash 2008 halfen vielen Anlegern, Verluste zu minimieren.

Heute teile ich meine Expertise durch den Newsletter "Chartanalyse-Trends", den Börsendienst "Momentum Trader", Vorträge auf Messen wie der Invest Stuttgart sowie YouTube-Videos. Mein "Timing is Money"-Ansatz identifiziert optimale Ein- und Ausstiegszeitpunkte für Aktien, Gold, Kryptowährungen und weitere Anlageklassen.