Volle Auftragsbücher, eine historische Dividende und eine dänische Übernahme: Bei Steyr Motors stehen die Zeichen auf Expansion. An der Börse spiegelt sich diese Dynamik bisher kaum wider. Die Aktie notiert mit 38,52 Euro rund elf Prozent tiefer als vor einem Jahr.
Die Ruhe vor dem BUKH-Effekt
Am 20. Mai legt der Motorenbauer seine Zahlen für das erste Quartal vor. Dieser Bericht liefert Anlegern eine wichtige Erkenntnis. Er zeigt das rein organische Fundament des Unternehmens. Ab dem zweiten Quartal greift dann die Erstkonsolidierung der dänischen BUKH.
Mit diesem Zukauf erweitert Steyr Motors seine Leistungsbandbreite massiv. Künftig decken die Österreicher Motoren von 24 bis 700 PS ab. Das stärkt das margenstarke Ersatzteilgeschäft. Parallel dazu gewinnt der Konzern einen zweiten europäischen Produktionsstandort. Der Zukauf soll sich bereits im ersten vollen Jahr positiv auf das operative Ergebnis auswirken.
Neue Märkte befeuern die Prognose
Die Wachstumsphantasie ruht auf neuen Geschäftsfeldern. In den USA liefert das Unternehmen nun Antriebe für unbemannte Wasserfahrzeuge. Diese Schiffe operieren ferngesteuert oder völlig autonom ohne Besatzung. Damit fasst Steyr Motors im lukrativen Verteidigungsmarkt Fuß. Ein weiteres Standbein bildet die mobile Energieerzeugung. Hier startet die Serienfertigung in der zweiten Jahreshälfte.
Die Ziele für das laufende Jahr fallen entsprechend ambitioniert aus. Der Vorstand peilt einen Umsatz von bis zu 95 Millionen Euro an. Selbst am unteren Ende der Prognose wäre das ein Wachstum von rund 55 Prozent.
Die operative Marge soll dabei die Marke von 15 Prozent überschreiten. Als Basis dient ein prall gefülltes Orderbuch. Der feste Auftragsbestand summiert sich bis Ende des Jahrzehnts auf mehr als 300 Millionen Euro.
Aktionäre sollen bald direkt am Erfolg partizipieren. Das Management hat eine Dividende von 0,25 Euro je Aktie vorgeschlagen. Es ist die erste Ausschüttung in der Geschichte des börsennotierten Unternehmens.
Technisch bleibt die Lage vorerst angespannt. Der Kurs pendelt aktuell unter der 50-Tage-Linie von 41,34 Euro. Am 20. Mai muss der Quartalsbericht beweisen, ob das operative Geschäft die Prognosen stützt. Liefert Steyr Motors hier ein starkes Fundament, könnte die Aktie neues Momentum aufbauen.
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