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Stellantis Aktie: Huawei-Plattform für Maserati im Gespräch

Stellantis verhandelt mit Huawei und JAC über Maserati, während Lieferengpässe, Nachfrageschwäche und Gewerkschaftsgespräche den Konzern belasten.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Maserati prüft Kooperation mit Huawei
  • Mirafiori pausierte wegen Komponentenmangels
  • Argentinische Fertigungsziele wurden reduziert
  • Aktie liegt 49 Prozent zurück

Der Automobilkonzern Stellantis treibt eine tiefgreifende Neuausrichtung seiner Luxusmarke Maserati voran. Laut einem Bericht von Reuters führt das Unternehmen derzeit Gespräche mit dem chinesischen Technologiekonzern Huawei und dem Fahrzeughersteller JAC über eine langfristige industrielle Kooperation.

Im Mittelpunkt der Verhandlungen steht die Integration der „Harmony Intelligent Mobility“-Plattform von Huawei. Ziel der potenziellen Partnerschaft ist die Entwicklung eines ersten gemeinsamen Fahrzeugs, das bereits Ende nächsten Jahres auf den Markt kommen könnte.

Diese strategischen Gespräche finden zu einem Zeitpunkt statt, an dem Stellantis verstärkt auf technologische Synergien setzt, um die Marktposition seiner Premiummarken zu sichern. Die Einbindung einer etablierten Softwareplattform könnte dabei helfen, die digitale Transformation der Fahrzeugflotte zu beschleunigen und neue Zielgruppen in den Wachstumsmärkten zu erschließen.

Produktionsstopps und Anpassungen in Europa und Südamerika

Trotz der langfristigen Expansionspläne sieht sich der Konzern im operativen Tagesgeschäft mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Von Mittwoch bis Freitag dieser Woche musste die Produktion im italienischen Werk Mirafiori in Turin unterbrochen werden.

Grund für diesen kurzzeitigen Stopp war ein Mangel an Motorenkomponenten. Diese Knappheit resultiert ironischerweise aus einer stärker als erwartet ausgefallenen Nachfrage nach Hybridfahrzeugen, für welche die Zulieferkette kurzfristig nicht ausreichend Kapazitäten bereitstellen konnte.

Auch in Südamerika passt das Unternehmen seine Kapazitäten an die aktuelle Marktsituation an. Am 28. August wurde bekannt, dass Stellantis die Produktionspläne für die Modelle Fiat Titano und Ram Dakota im argentinischen Werk Córdoba deutlich nach unten korrigiert hat.

Medienberichten zufolge reagiert der Konzern damit auf die schwache Nachfrage in Argentinien und insbesondere auf dem wichtigen brasilianischen Markt. Parallel dazu wird das Werk im italienischen Melfi den gesamten September über im Ein-Schicht-Betrieb geführt, wobei die tägliche Ausbringung bei 295 Fahrzeugen liegt, um gleichzeitig den Hochlauf des neuen DS7 zu unterstützen.

Verhandlungen mit Gewerkschaften und Führungswechsel

An einem weiteren Schauplatz stehen schwierige Verhandlungen mit der Arbeitnehmerseite an. Am Dienstag begannen in Kanada die Vertragsgespräche zwischen Stellantis und der Gewerkschaft Unifor, die mehr als 9.000 Beschäftigte in den dortigen Werken vertritt.

Die Gewerkschaft hat sich eine interne Frist bis zum 11. September gesetzt, um eine vorläufige Einigung zu erzielen. Diese Verhandlungen gelten als richtungsweisend für die künftigen Lohnstrukturen und Produktionsbedingungen in Nordamerika.

Flankiert werden diese operativen Prozesse durch Veränderungen in der Führungsebene. Seit Dienstag, dem 1. September, haben Stephanie Hartgrove als Chief Communications Officer und Clara Ingen-Housz als Leiterin für Public Policy und Regulierungsstrategie ihre neuen Rollen im Konzern übernommen.

Während Hartgrove die weltweite Kommunikation steuert, verantwortet Ingen-Housz die internationalen Handelsbeziehungen und regulatorischen Strategien des Unternehmens.

Analystenbewertung und Kursentwicklung

Die konjunkturellen Unsicherheiten und die notwendigen Produktionsanpassungen spiegeln sich deutlich in der Bewertung des Unternehmens wider. Die Analysten von TD Cowen bekräftigten am 26. August ihre Einstufung mit „Hold“ und nannten ein Kursziel von 6,00 US-Dollar. Die Experten beobachten die laufenden Restrukturierungen und die schwankende Nachfrage in den Kernmärkten genau.

An der Börse verzeichnet das Papier eine schwierige Phase. Am Freitag schloss die Aktie bei 4,79 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit bereits auf 49 Prozent. Damit notiert der Wert aktuell mit einem Abstand von 54 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im vergangenen Dezember erreicht wurde.

Anleger blicken nun gespannt auf den Ausgang der Gewerkschaftsverhandlungen in der kommenden Woche und weitere Details zur geplanten Partnerschaft im Bereich der Elektromobilität.

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Diskussion zu Stellantis

Andreas Sommer

Mit über 40 Jahren Erfahrung im Bankwesen und Börsenjournalismus gehöre ich zu den etablierten Analysten im deutschsprachigen Raum. Nach mehr als zehn Jahren als Wertpapierberater bei der Deutschen Bank spezialisierte ich mich seit dem Börsencrash 1987 auf technische Analyse und charttechnische Methoden.

Als ehemaliger Chefredakteur mehrerer Börsenpublikationen entwickelte ich den "Aktienführer Neuer Markt" mit und führe heute einen Börsendienst, der sich auf wachstumsstarke Unternehmen fokussiert. Mein wöchentliches Markt-Barometer analysiert systematisch DAX, Dow Jones, Ölpreis, Währungen und Marktstimmung, um präzise Orientierung zu bieten.

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