Standard Lithium erlebt einen herben Rückschlag an der Börse. Innerhalb einer Handelswoche verlor das Papier fast zwölf Prozent an Wert und schloss am Freitag bei 3,00 Euro. Der Abwärtsdruck im Sektor für nordamerikanische Lithium-Entwickler nimmt spürbar zu.
Politischer Gegenwind belastet
Politische Unsicherheiten in den USA belasten derzeit die gesamte Branche. Die Abschaffung der Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge sorgt für Zweifel am Tempo der künftigen Lithium-Nachfrage. Parallel dazu erschwert ein wachsender Ressourcen-Nationalismus weltweit die Planungssicherheit für junge Bergbauprojekte.
Anleger reagieren nervös auf das veränderte Umfeld. Die Aktie rutschte zuletzt deutlich unter ihren 50-Tage-Durchschnitt von 3,21 Euro. Mit einem Relative-Stärke-Index von 38,3 nähert sich das Papier nun technisch überverkauften Regionen. Auf Sicht von 12 Monaten steht allerdings immer noch ein Plus von rund 106 Prozent zu Buche.
Meilensteine in Arkansas
Trotz der Kurskapriolen treibt das Unternehmen sein Flaggschiffprojekt im Südwesten von Arkansas voran. Gemeinsam mit dem Energiekonzern Equinor, der 45 Prozent an den Projekten hält, wird bis Jahresende die finale Investitionsentscheidung angestrebt. Wichtige Verträge für die technische Umsetzung wurden bereits Ende Mai unterzeichnet.
Operativ liefert die Pilotanlage in El Dorado derweil überzeugende Daten. Die Lithium-Rückgewinnungsrate aus der Sole liegt stabil bei über 95 Prozent. Diese Effizienz gilt als entscheidendes Kriterium für die geplante kommerzielle Skalierung der Technologie.
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Für die spätere Vermarktung existieren bereits feste Zusagen. Ein Abnahmevertrag mit dem Rohstoffhändler Trafigura sieht die Lieferung von jährlich 8.000 Tonnen Lithiumcarbonat über zehn Jahre vor. Dies sichert einen Teil der künftigen Cashflows ab, lange bevor die erste Tonne produziert ist.
Finanzielles Polster vorhanden
Finanziell verfügt Standard Lithium über einen Puffer von rund 141 Millionen US-Dollar an Barmitteln. Da das Unternehmen keine langfristigen Schulden trägt, bleibt der Handlungsspielraum für die anstehenden Bauphasen vorerst erhalten. Ein staatlicher Zuschuss des US-Energieministeriums über 225 Millionen Dollar stützt zudem die Finanzierung der Verarbeitungsanlagen.
Bis zum Jahresende liegt der Fokus nun auf der finalen Investitionsentscheidung. Diese wird darüber entscheiden, ob der geplante Produktionsstart im Jahr 2029 realistisch bleibt.
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