Standard Lithium hat am heutigen Dienstag die Ergebnisse einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsprüfung (PEA) für sein Franklin-Lithium-Projekt im Osten von Texas vorgelegt. Die Analyse bescheinigt dem Vorhaben eine hohe Rentabilität und unterstreicht die Skalierbarkeit der Lithiumgewinnung in der Smackover-Formation.
Das Projekt wird im Rahmen des Joint Ventures Smackover Lithium betrieben, an dem Standard Lithium mit 55 Prozent und der Energiekonzern Equinor mit 45 Prozent beteiligt sind.
Milliardenschwerer Nettogegenwartswert und hohe Kapazitäten
Die heute veröffentlichte Studie beziffert den Nettogegenwartswert (NPV) des Franklin-Projekts nach Steuern auf rund 5,0 Milliarden US-Dollar, basierend auf einem Abzinsungssatz von acht Prozent.
Die interne Verzinsung (IRR) wird mit 24 Prozent angegeben, während die Amortisationszeit für das eingesetzte Kapital bei etwa 3,1 Jahren liegt. Für den Aufbau der Infrastruktur veranschlagen die Partner ein Anfangskapital (CAPEX) von 3,5 Milliarden US-Dollar.
Das Franklin-Projekt ist auf eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 70.000 Tonnen Lithiumcarbonat in Batteriequalität ausgelegt. Im Durchschnitt wird über eine Betriebsdauer von 20 Jahren eine Fördermenge von etwa 65.000 Tonnen pro Jahr erwartet.
Die Betriebskosten schätzt das Unternehmen auf 4.226 US-Dollar pro Tonne, während sich die All-in-Kosten inklusive Abschreibungen und Steuern auf 5.054 US-Dollar pro Tonne belaufen sollen. Die Berechnungen stützen sich auf einen angenommenen Marktpreis von 22.400 US-Dollar pro Tonne Lithiumcarbonat.
Ressourcenbasis und regulatorischer Rückenwind
Die geologische Grundlage des Projekts bildet eine umfangreiche Ressourcenbasis in den Sole-Vorkommen von Texas. Das Unternehmen beziffert die angezeigten Ressourcen auf 1,77 Millionen Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) mit einer Konzentration von 562 Milligramm pro Liter. Hinzu kommen abgeleitete Ressourcen von 2,13 Millionen Tonnen LCE bei einer Konzentration von 572 Milligramm pro Liter.
Parallel zu den projektspezifischen Daten profitiert der Sektor von politischen Entwicklungen in den USA. Am gestrigen Montag verabschiedete das US-Repräsentantenhaus den „Protecting Domestic Mining Act“. Dieses Gesetz zielt darauf ab, Genehmigungsverfahren für den Bergbau und die Mineralverarbeitung im Rahmen des FAST-41-Programms zu beschleunigen.
Von dieser Initiative ist insbesondere die Lithium-Industrie im Süden von Arkansas und den angrenzenden Regionen betroffen. Standard Lithium treibt dort bereits das Southwest Arkansas Project voran, für das die Genehmigungen bereits vorliegen und dessen Produktionsstart für das Jahr 2029 geplant ist.
Einordnung der aktuellen Marktlage
An der Börse reagierten Anleger heute positiv auf die detaillierten Wirtschaftlichkeitsdaten des texanischen Projekts. Das Papier notiert aktuell bei 2,12 Euro, was einem Anstieg von 4,0 Prozent entspricht. Damit liegt der Kurs derzeit 2,9 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 2,06 Euro und zeigt Anzeichen einer Stabilisierung nach einer schwierigen Phase.
Trotz der positiven Nachrichten zum Franklin-Projekt bleibt die langfristige Performance der Aktie von der allgemeinen Schwäche im Lithiumsektor gezeichnet. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Wert ein Minus von 47 Prozent.
Investoren bewerten derzeit die hohen Investitionskosten für den Aufbau der Förderanlagen gegen die langfristigen Abnahmeversprechen und die strategische Bedeutung der heimischen US-Produktion. Vor gut einer Woche hatte das Unternehmen zudem ein Abnahmeabkommen mit LG Energy Solution bekannt gegeben, was die Absatzseite für künftige Produktionen weiter absichert.
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