Pünktlichkeit von über 99 Prozent auf der Waldenburgerbahn — das hat BLT überzeugt. Der Basler Nahverkehrsbetreiber Baselland Transport beauftragt Stadler Rail nun damit, sein gesamtes Vorortstraßenbahnnetz mit dem kommunikationsbasierten Zugsteuerungssystem NOVA Pro auszurüsten.
Bewährte Technologie, größeres Netz
Das System ist bei BLT kein Neuling. Auf der 13 Kilometer langen Waldenburgerbahn läuft NOVA Pro bereits im halbautomatischen GoA2-Betrieb: Der Fahrer gibt das Startsignal, danach übernimmt das System — Geschwindigkeitsregelung, Bahnübergangssteuerung, präzises Anhalten an Stationen inklusive.
Dieser Erfolg ist die Basis für den nächsten Schritt. BLT will nun 38 Tango-Trams und 25 TINA-Trams schrittweise mit NOVA Pro nachrüsten. Die ersten Tests sind für 2027 auf der Linie 11 geplant, anschließend folgt ein phasenweiser Rollout über das gesamte Netz im Großraum Basel. Die Kommunikation läuft dabei über öffentliche 4G/5G-Mobilfunknetze.
Reto Rotzler, Chief Infrastructure Officer bei BLT, bezeichnete die Ausweitung bei Vertragsbekanntgabe am 10. April als „nächsten logischen Schritt“.
Signalling als eigenständiges Geschäftsfeld
Für Stadler ist der Auftrag mehr als ein Folgegeschäft. Das Unternehmen baut seine Signalling-Sparte gezielt als eigenständiges Segment aus — und NOVA Pro ist das Vorzeigeprojekt dabei. Das Auftragsbuch steht bei 32 Milliarden Schweizer Franken. Für 2026 peilt das Management einen Umsatz deutlich über 5 Milliarden Franken sowie eine EBIT-Marge von über 5 Prozent an.
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Starkes Ergebnis, schwacher Cashflow
Die Ausgangslage ist zweigeteilt. Den Nettogewinn hat Stadler im vergangenen Jahr auf 100,7 Millionen Schweizer Franken mehr als verdoppelt. Der freie Cashflow bleibt jedoch negativ — und CFO Raphael Widmer erwartet auch für 2026 keine Trendwende beim Nettoumlaufvermögen.
Das spiegelt sich in der Marktstimmung wider. Laut UBS-Daten gehört die Aktie zu den am stärksten leerverkauften Titeln am Schweizer Markt. Nur einer von neun Analysten spricht derzeit eine Kaufempfehlung aus.
Auf der Hauptversammlung im Mai stehen zwei personelle Neuzugänge im Aufsichtsrat an: Sabrina Soussan, ehemalige Co-CEO von Siemens Mobility, und Airbus-Manager Michael Schöllhorn. Zur Abstimmung steht außerdem eine Dividendenerhöhung von 0,20 auf 0,50 Schweizer Franken je Aktie. Der Halbjahresbericht im August wird dann zeigen, ob die Effizienzprogramme endlich in greifbaren Margenverbesserungen ankommen.
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