Stadler Rail steht am 5. Mai vor einer Generalversammlung, die gleich zwei Weichen stellt: Der Verwaltungsrat wird grundlegend erneuert, und die Dividende springt auf das 2,5-Fache des Vorjahreswerts. Das klingt nach Aufbruch — das operative Bild ist allerdings komplizierter.
Zwei Schwergewichte gehen, zwei kommen
Nach 15 beziehungsweise 14 Jahren scheiden Christoph Franz und Wojciech Kostrzewa aus dem Verwaltungsrat aus. Als Nachfolger schlägt das Gremium Sabrina Soussan und Michael Schöllhorn vor.
Soussan kennt die Bahnindustrie von innen. Sie war bei Siemens Mobility Co-CEO und wechselt gerade als designierte Aufsichtsratsvorsitzende zu Continental. Schöllhorn leitet seit 2021 Airbus Defence and Space. Beide haben Erfahrung mit komplexem Großprojektgeschäft — und genau das braucht Stadler. Der Auftragsrückstand übersteigt inzwischen 32 Milliarden Franken.
Dividende verdreifacht, Cashflow bleibt negativ
Die vorgeschlagene Dividende beträgt 0,50 Franken je Aktie. Im Vorjahr waren es 0,20 Franken. Grundlage ist ein Nettogewinn, den Stadler 2025 auf über 100 Millionen Franken mehr als verdoppelt hat.
Der Zahltag ist der 11. Mai, Ex-Tag der 7. Mai. Soweit die gute Seite. Die andere: Der freie Cashflow bleibt negativ, und CFO Raphael Widmer erwartet auch für 2026 keine Trendwende. Laut UBS gehört die Aktie zu den meistgeshorteten Titeln im Schweizer Markt.
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Operative Baustellen belasten das Bild
Technische Probleme kommen hinzu. Wegen Lärm- und Vibrationsmängeln an Drehgestellen stoppt die Abnahme des Modells TINA in Darmstadt und Basel. 25 Fahrzeuge müssen auf eigene Kosten nachgerüstet werden. Ferner ermittelt die italienische Staatsanwaltschaft, warum das Notbremssystem eines Tramlink-Modells bei einem Unfall in Mailand nicht auslöste.
Für 2026 peilt das Management einen Umsatz deutlich über 5 Milliarden Franken an — bei einer EBIT-Marge von über 5 Prozent. Investitionen in die Kapazitätserweiterung plant Stadler mit rund 250 Millionen Franken. Ob das reicht, um die Skepsis am Markt zu drehen, ist offen: Nur einer von neun Analysten empfiehlt die Aktie zum Kauf. Die Aktie notiert knapp 4 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch und hat im laufenden Jahr rund 9 Prozent zugelegt.
Der Halbjahresbericht im August wird zeigen, ob die Effizienzprogramme messbare Margenverbesserungen liefern — das ist der konkrete Prüfstein, den Investoren im Blick haben sollten.
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