Sprouts Farmers Market steht in einer heiklen Phase: Rechtliche Verfahren aus dem Herbst 2025 treffen auf ein gemischtes Zahlenbild. Die Klagen drehen sich um angeblich irreführende Aussagen zur Widerstandsfähigkeit der Kundennachfrage — und könnten die Erholung der Aktie ausbremsen. Wie groß ist das Risiko für die Erholung?
Rechtslage im Fokus
Mehrere Kanzleien erinnern Anleger an die Frist zum 26. Januar 2026, um als Lead Plaintiff in Sammelklagen aufzutreten. Auslöser sind die Zahlen vom Oktober 2025: Das Unternehmen meldete zwar vergleichbare Ladenumsätze von +5,9%, unterschritt damit aber die eigene Prognose und senkte die Jahresprognose wegen „herausfordernder Vergleiche“ und „Anzeichen eines nachlassenden Verbraucherverhaltens“. Am 30. Oktober 2025 folgte ein heftiger Kursrückgang von rund 26% an einem Tag — die Klagen werfen Sprouts vor, den Markt über die Stabilität der Kundenbasis und die Belastbarkeit gegenüber makroökonomischen Einflüssen getäuscht zu haben.
Solche Verfahren sind in ihrer finanziellen Tragweite schwer vorhersehbar. Sie stellen aber ein klares Risiko dar, solange zentrale Punkte wie Verantwortlichkeit und mögliche Schadensersatzforderungen nicht geklärt sind.
Gemischte Zahlen und Marktreaktionen
Operativ lieferte Sprouts ein zwiespältiges Bild: Das bereinigte Ergebnis je Aktie (EPS) lag bei 1,22 USD und übertraf damit die Konsensschätzung von 1,17 USD, während der Umsatz mit 2,20 Mrd. USD leicht unter den Erwartungen von 2,23 Mrd. USD blieb. Die Wachstumsdynamik (+13,1% Umsatzjahr‑über‑Jahr) zeigt Nachfrage, die Abweichung vom Umsatzziel und die niedrigere Comparable‑Store‑Guidance signalisieren jedoch Topline‑Druck.
Wesentliche Kennzahlen in Kürze:
– Net Margin: 5,93%
– Return on Equity: 38,03%
– FY‑2025 EPS‑Guidance: 5,240–5,280 USD
– Q4‑2025 EPS‑Guidance: 0,860–0,900 USD
– Analystenerwartung für das laufende Jahr: 4,29 USD
Zudem veränderten sich Eigentümerstrukturen: Ein institutioneller Anleger reduzierte seine Beteiligung im dritten Quartal um 42,5%. Innerhalb des Managements gab es größere Verkäufe — etwa ein Insiderverkauf von 17.471 Anteilen (Veräußerung am 3. Dezember) und ein Verkauf der CMO am 12. Dezember. Solche Transaktionen ziehen Aufmerksamkeit auf sich, lassen sich aber nicht ohne weitere Informationen als eindeutiges Vertrauen- oder Misstrauenssignal werten.
Analystenstimmen und kurzfristiger Ausblick
Deutsche Bank hat die Berichterstattung zu Sprouts mit „Hold“ und einem Kursziel von 88 USD wieder aufgenommen und sieht 2026 als „gemischtes Jahr“ mit fortgesetzter Nahrungsmittelentfaltung (Disinflation), geringeren staatlichen Leistungen und anhaltender Preissensibilität der Verbraucher. Gleichzeitig nennt die Bank mögliche Unterstützungen in der ersten Hälfte 2026, etwa durch konjunkturelle Impulse. Goldman Sachs und UBS haben dagegen bereits ihre Kursziele angepasst (Goldman: Zielreduktion auf 152 USD, UBS: 108 USD), wenn auch mit unterschiedlichen Ratings.
Die Aktie notiert derzeit bei 60,08 € und liegt nur knapp über dem 52‑Wochen‑Tief (60,02 €); auf 12 Monate ist das Papier rund 58% gefallen, was die breite Schwäche der letzten Monate unterstreicht.
Konkreter Blick nach vorn: Am 26. Januar 2026 läuft die Frist für Lead‑Plaintiff‑Anträge in den Sammelklagen ab. Die weitere Entwicklung hängt sowohl vom Ausgang der Rechtsverfahren als auch von operativen Signalen (z. B. Stabilisierung der Comparable‑Store‑Sales, Einhaltung der EPS‑Guidance) ab. Können Klagen eingedämmt oder operative Verbesserungen geliefert werden, wäre das entlastend; bleiben rechtliche und operative Unsicherheiten bestehen, dürfte die Aktie weiter unter Druck bleiben.
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