Der schwedische Audio-Konzern weitet sein Angebot für Künstler aus. Künftig können Musiker Musikvideos und Live-Aufnahmen direkt über das Spotify for Artists Dashboard hochladen. Das Feature befindet sich noch in der Beta-Phase.
Bislang kamen Videos vor allem über Labels und Vertriebe. Jetzt können berechtigte Künstler selbst entscheiden, wann sie Inhalte veröffentlichen – von offiziellen Musikvideos über Studio-Sessions bis zu Covers. Die direkt hochgeladenen Videos sind vergütungspflichtig und können für Chart-Platzierungen berücksichtigt werden.
Spotify positioniert sich damit direkter gegen YouTube. Das Ziel: Fans im eigenen Ökosystem halten, sowohl für Audio als auch Video. Die internen Daten des Konzerns untermauern diesen Schritt. Nutzer, die ein Video streamen, hören denselben Song in den folgenden drei Wochen 64 Prozent häufiger. Video-Zuschauer speichern, teilen oder fügen den Song 1,4-mal häufiger einer Playlist hinzu.
Besonders treue Fans reagieren stark. Diese sogenannten Super-Listener steigern ihr Streaming des Künstlers nach einem Video um 62 Prozent. Das entspricht mehr als einer Stunde und vierzig Minuten zusätzlicher Hördauer in den Wochen danach.
Sicherheit und Login: Zwei Änderungen kommen
Parallel dazu führt Spotify eine neue Sicherheitsregel ein. Refresh-Tokens für Entwickler-Apps laufen künftig nach sechs Monaten ab. Für neue Anwendungen gilt das sofort, für bestehende ab dem 20. Juli 2026. Die Nutzer müssen sich dann erneut anmelden. Das soll sicherstellen, dass App-Zugriffe gewollt bleiben.
Zudem verschwindet der klassische Username. Ab September 2026 können sich Nutzer nur noch mit E-Mail oder verknüpften Konten wie Google oder Apple anmelden. Der Schritt vereinfacht den Login-Prozess und folgt dem Branchentrend zu schlankeren Authentifizierungsmethoden. Neu sind auch „Track Reactions“ für kollaborative Playlists – Nutzer können Songs mit Emojis bewerten.
Kurs und Bewertung
Die Spotify-Aktie notiert aktuell bei 398,00 Euro. Der Kurs liegt damit knapp 40 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 663,10 Euro aus dem Juni 2025. Auf Jahressicht verliert das Papier rund 36 Prozent, seit Jahresbeginn sind es knapp 19 Prozent Minus.
Die neuen Video-Features und Login-Vereinfachungen sind Teil einer breiteren Strategie. Spotify will sich vom reinen Audiostreamer zum umfassenden Content-Anbieter entwickeln. Die Plattform zählt mittlerweile über 148 Millionen Hörer französischsprachiger Inhalte außerhalb der frankophonen Kernmärkte. Ob die Maßnahmen reichen, um das Wachstum wieder zu beschleunigen, dürfte sich in den kommenden Quartalszahlen zeigen.
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