SpaceX hat den Kauf des KI-Programmierunternehmens Cursor für 60 Milliarden Dollar abgeschlossen. Elon Musk bezeichnete den Deal als „Ehre“. Die Aktionäre von Cursor erhalten dafür 389.289.254 SpaceX-A-Aktien, zusätzlich übernimmt SpaceX 29,1 Millionen Restricted Stock Units und 44,4 Millionen Optionen aus dem Zielunternehmen. Trotz der strategischen Bedeutung des Zukaufs reagierte die Börse zunächst mit Verkäufen: Am Freitag fiel die Aktie um 3 Prozent auf 137,52 Dollar.
Größter All-Stock-Deal der Branche
Der Zusammenschluss gilt als zweitgrößte Übernahme eines von Risikokapital finanzierten Unternehmens überhaupt. Cursor hatte innerhalb von zwölf Monaten einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 100 Millionen Dollar erreicht – ein Rekordtempo.
Mehr als 50.000 Unternehmen nutzen die Programmier-Tools, darunter 64 Prozent der Fortune-500-Konzerne. Cursor soll künftig Grok 4.5 und 4.6 mit SpaceX-Technologie trainieren und stärkt damit die KI-Sparte SpaceXAI im Wettbewerb gegen OpenAI und Anthropic.
Die Analysten von Morgan Stanley rechnen damit, dass Cursor den wiederkehrenden Umsatz von 4 Milliarden Dollar im Juni auf 33 Milliarden Dollar bis 2030 steigern könnte.
Für die Übergangsjahre kalkuliert das Haus mit einem Umsatzbeitrag von 2,5 Milliarden Dollar 2026 und 13 Milliarden Dollar 2027. Der Deal geht auf eine im April begonnene Partnerschaft bei KI-Rechenkapazitäten zurück, die endgültige Vereinbarung stammt vom 16. Juni.
Kursreaktion trotz Wachstumsstory verhalten
Dass der Markt trotz dieser Wachstumsperspektive mit Kursverlusten reagiert, hängt auch mit der Aktienausgabe zusammen: Die neuen Cursor-Aktien verwässern bestehende Anteile.
Zudem rückt der 20. August näher, an dem eine weitere Sperrfrist für Insider-Aktienverkäufe ausläuft – dann könnten rund 319 Millionen zusätzliche Aktien handelbar werden. Erst vor gut einer Woche war bereits eine erste Sperrfrist ausgelaufen, die Aktie legte danach um 21,5 Prozent zu.
Die zugrunde liegenden Geschäftszahlen bleiben robust: Im zweiten Quartal 2026 wuchs der Umsatz auf 7,8 Milliarden Dollar, dem stehen Ausgaben von 18,3 Milliarden Dollar gegenüber. Das KI-Geschäft trug mit 2,561 Milliarden Dollar rund ein Drittel zum Konzernumsatz bei, das Segment Konnektivität rund um Starlink kam auf 4,291 Milliarden Dollar.
Am deutschen Handelsplatz schloss die Aktie am Freitag bei 120,96 Euro, ein Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem Vortag. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 5,1 Prozent zu Buche.
Zum bisherigen Jahreshoch vom 16. Juni fehlen der Aktie noch 38 Prozent, zum Tief vom 3. August liegt sie hingegen rund ein Drittel darüber – ein Hinweis darauf, dass sich der Kurs nach dem heftigen Ausschlag der vergangenen Monate stabilisiert, ohne bislang wieder in die Nähe der Rekordstände zu kommen.
Ausblick: KI soll Starlink überholen
Musk selbst hatte zuletzt in Aussicht gestellt, dass die KI-Sparte im September erstmals alle anderen Geschäftsbereiche gemeinsam an Umsatz übertreffen soll. Mit der Cursor-Integration verschafft sich SpaceX zusätzliche Software-Kompetenz für dieses Ziel.
Ob der Markt die milliardenschwere Übernahme langfristig honoriert, dürfte sich auch daran entscheiden, wie sich die zusätzlich ausgegebenen Aktien und die anstehende Lockup-Freigabe auf das Angebot auswirken.
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