US-Präsident Donald Trump hat am Donnerstag ein Memorandum unterzeichnet, das die kommerzielle Raumfahrt der Vereinigten Staaten massiv ausweiten soll. Bundesbehörden sollen bundeseigene Flächen für neue Start- und Landeplätze prüfen.
Bis 2030 will das Weiße Haus mindestens 1.000 Starts und Wiedereintritte pro Jahr erreichen – gegenüber 178 im vergangenen Jahr. Reuters wies darauf hin, dass der Startmarkt von SpaceX dominiert wird, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk dürfte damit zum größten Nutznießer der geplanten Regulierungsreform zählen.
Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die SpaceX-Aktie ohnehin im Fokus institutioneller Investoren steht. Im deutschen Handel schloss das Papier am Freitag bei 117,20 Euro, ein Plus von 2,1 Prozent.
Auf Wochensicht steht dennoch ein Rückgang von 7,3 Prozent zu Buche, während sich der Kurs auf Monatssicht um 16 Prozent erholt hat. Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, notiert das Papier derzeit 40 Prozent entfernt.
Musk kontrolliert weiterhin die Mehrheit
Aus einer im August veröffentlichten Pflichtmitteilung geht hervor, dass Elon Musk zum 30. Juni einen Anteil von 48,4 Prozent an SpaceX hielt – 6,42 Milliarden Aktien. Reuters berichtete, dass Musk damit seit dem Börsengang über mehr als 82 Prozent der Stimmrechte verfügt. Diese Konstellation sichert ihm die operative Kontrolle über das Unternehmen, unabhängig von der Zusammensetzung des übrigen Aktionärskreises.
Genau dieser Aktionärskreis hat sich in den vergangenen Wochen als bemerkenswert breit erwiesen. Reuters berichtete unter Berufung auf Alphabets Quartalsmitteilung, dass der Google-Mutterkonzern zum 30. Juni 551,2 Millionen SpaceX-Aktien hielt.
Auch Tiger Global Management stieg im zweiten Quartal mit rund 375.000 Aktien neu ein, wie Reuters unter Verweis auf Pflichtmeldungen mitteilte. Die italienische Großbank Intesa Sanpaolo hielt laut einer SEC-Meldung zum Stichtag knapp 5,66 Millionen Aktien. Selbst Norwegens Staatsfonds tauchte erstmals mit einer Beteiligung von 0,05 Prozent in seiner aktualisierten Bestandsliste auf.
Nervöse Kleinanleger nach August-Einbruch
Die breite institutionelle Präsenz steht im Kontrast zum Verhalten der Privatanleger. Reuters berichtete, dass Kleinanleger am 7. August erstmals seit Wochen zu Nettoverkäufern der SpaceX-Aktie wurden – nach Daten von Vanda Research im Umfang von 4,5 Millionen Dollar.
Vorausgegangen war ein turbulenter Wochenauftakt: Am 5. August war die Aktie um 13,6 Prozent eingebrochen, bevor sie sich im weiteren Wochenverlauf wieder erholte. Reuters ordnete die Bewegung als Teil einer breiteren Beruhigung der überhitzten Nachbörsenstimmung nach dem Börsengang ein.
Der aktuelle Relative-Stärke-Index von 50,8 signalisiert eine neutrale Marktlage, ohne klare Überkauft- oder Überverkauft-Tendenz. Die annualisierte Volatilität von 91 Prozent über die vergangenen 30 Tage unterstreicht jedoch, wie nervös der Handel um die Aktie insgesamt bleibt.
Neue Geschäftsbeziehungen trotz volatilem Umfeld
Operativ expandiert SpaceX unterdessen weiter. VinSpace, eine Tochter des vietnamesischen Konzerns Vingroup, unterzeichnete Anfang August einen Startvertrag mit SpaceX. Die Satelliten sollen 2027 im Rahmen einer Transporter-Rideshare-Mission ins All gebracht werden. Solche Aufträge zeigen, dass die kommerzielle Nachfrage nach SpaceX-Startdiensten unabhängig von den Kursschwankungen an der Börse fortbesteht.
Regulatorisch bewegte sich zudem die US-Börsenaufsicht SEC: Sie einigte sich mit Adit Ventures Management, dessen Gründer und drei Partnern über Betrugsvorwürfe im Zusammenhang mit Pre-IPO-Investitionen in Unternehmen wie SpaceX und Klarna. Der Vergleich betrifft nicht SpaceX selbst, wirft aber ein Schlaglicht auf die Risiken des grauen Marktes für nicht börsennotierte Anteile, der der eigentlichen Notierung vorausging.
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