SpaceX taktet weiter im Hochbetrieb, doch die Verzögerung eines bemannten NASA-Fluges rückt in dieser Woche die operative Verlässlichkeit des Unternehmens in den Fokus. Ein Oxidator-Leck im Antriebssystem einer Dragon-Kapsel hat die NASA veranlasst, die Crew-13-Mission zu verschieben.
Ingenieure prüfen derzeit die Ursache, ein neuer Starttermin steht noch nicht fest. Ursprünglich war der Flug für den 12. September angepeilt gewesen, dieses Datum gilt nun nur noch als Referenzpunkt.
Starlink-Kadenz bleibt ungebremst
Während die Crew-13-Mission pausiert, läuft das Starlink-Geschäft unbeirrt weiter. Am Mittwoch brachte eine Falcon 9 von der Vandenberg Space Force Base 27 Starlink-V2-Mini-Satelliten ins All – nach Unternehmensangaben der 104. Orbitalstart des Jahres 2026 und die 79. Starlink-Mission des Jahres.
Bereits am Dienstag zuvor war ein baugleicher Start mit derselben Nutzlastzahl erfolgreich verlaufen. Für kommenden Sonntag ist laut vorab veröffentlichten Startfenstern ein weiterer Starlink-Flug von Vandenberg angesetzt.
Diese Kadenz unterstreicht, dass die Verzögerung bei Crew-13 ein isoliertes technisches Problem an der Dragon-Kapsel betrifft und nicht die breitere Startinfrastruktur des Unternehmens.
Parallel treibt SpaceX seine regulatorischen Vorhaben voran. Bei der FCC liegt ein Antrag auf eine 60-tägige Sondergenehmigung für Starlink-Betrieb der nächsten Generation vor, verknüpft mit einem Startfenster ab dem 15. September und der Nutzung des Frequenzbands 42,0 bis 42,5 GHz für Gateway-Downlinks auf autorisierten Gen2-Satelliten.
Für denselben Stichtag hat das Unternehmen zudem einen FCC-Antrag für Starship-Flug 14 eingereicht, der explizit eine orbitale Oberstufe von Starbase in Texas vorsieht und ein Betriebsfenster bis zum 15. März 2027 beantragt.
FAA-Entscheidung schafft Rückenwind für Starship
Ein regulatorischer Etappensieg kam am Donnerstag von der FAA: Die Behörde veröffentlichte eine finale Umweltverträglichkeitsprüfung samt Entscheidungsniederschrift für Starship-Wiedereintrittsoperationen im Pazifik sowie für eine zusätzliche Landetrajektorie.
Dieser Schritt betrifft unmittelbar den geplanten Flug 14 und signalisiert, dass die behördlichen Hürden für das Starship-Programm abgebaut werden, während SpaceX gleichzeitig auf ein enges Zeitfenster im September drängt.
Auf der Konkurrenzseite fährt SpaceX zudem einen aggressiveren Kurs: Das Unternehmen reichte bei der FCC eine Eingabe ein, mit der geplante Satellitenausbauten von Viasat blockiert oder zumindest mit strengen Auflagen versehen werden sollen. Der Vorstoß verschärft einen bestehenden regulatorischen Konflikt zwischen beiden Anbietern im Satellitenkommunikationsmarkt.
Kursreaktion bleibt verhalten
An der Börse zeigte sich das Papier zuletzt robust: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 127,36 Euro, nach einem Tagesminus von 1,1 Prozent. Auf Wochensicht steht dennoch ein Plus von 4,2 Prozent zu Buche, über 30 Tage sogar ein Zuwachs von 36 Prozent.
Vom 52-Wochen-Hoch bei 194,46 Euro, erreicht im Juni, ist der Kurs weiterhin deutlich entfernt. Anleger scheinen die operativen Rückschläge bei Crew-13 bislang als Randnotiz einzustufen – das dichte Startprogramm bei Starlink und die regulatorischen Fortschritte bei Starship dominieren offenbar die Einschätzung des Marktes.
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