Der größte Börsengang aller Zeiten nimmt Form an — aber einer der wichtigsten Zugangskanäle bleibt vorerst geschlossen. S&P Global hat klargestellt, dass SpaceX keinen Sonderweg in den S&P 500 erhält.
Keine Ausnahme für Marktkapitalisierung
S&P Global reaffirmierte diese Woche seine Aufnahmeregeln und ließ damit Elon Musks Hoffnung auf eine beschleunigte Indexaufnahme platzen. Der Kern: Ausnahmen bei Rentabilitäts-, Reifedauer- und Float-Anforderungen werden nicht gewährt — egal wie groß ein Unternehmen ist.
Das trifft SpaceX empfindlich. Das Unternehmen verbuchte 2025 einen Nettoverlust von knapp 5 Milliarden Dollar, trotz eines Umsatzanstiegs von 33 Prozent auf 18,67 Milliarden Dollar. Für den S&P 500 ist positive GAAP-Profitabilität im jüngsten Quartal sowie kumuliert über vier Quartale Pflicht — eine Hürde, die SpaceX aktuell nicht überwindet.
S&P hatte zuvor Investoren zu möglichen Regeländerungen konsultiert, darunter kürzere Börsenpflichtzeiten, niedrigere Float-Mindestanforderungen und den Wegfall des Profitabilitätskriteriums. All das bleibt unverändert.
Nasadaq öffnet die Tür — S&P nicht
Nicht alle Indexanbieter ziehen an einem Strang. Nasdaq hat seine Regeln bereits angepasst und erleichtert damit die Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq 100. Passive Fonds, die diesen Index abbilden, werden entsprechend SpaceX-Anteile kaufen müssen, sobald die Aufnahme erfolgt. FTSE Russell hat SpaceX bereits für seine US- und Globalindizes zugelassen.
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S&P macht immerhin einen kleinen Schritt: Für den breiter gefassten S&P Total Market Index und den Dow Jones U.S. Total Stock Market Index sollen die Einstiegskriterien angepasst werden. Der weitaus einflussreichere S&P 500 bleibt jedoch nach bisherigen Regeln verschlossen.
Roadshow mit rekordverdächtiger Nachfrage
Parallel zum Indexstreit läuft die IPO-Maschinerie auf Hochtouren. SpaceX begann diese Woche seine Roadshow — und die Nachfrage übertrifft offenbar übliche Maßstäbe. Analysten betreuten zeitweise bis zu 20 Investorenanrufe täglich, deutlich mehr als die bei stark nachgefragten Emissionen üblichen zehn bis fünfzehn. Das Unternehmen hält am Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie fest, auch wenn Änderungen vor dem Börsenstart nicht ausgeschlossen sind.
Das Handelsdebut ist für den 12. Juni geplant. Dann wird sich zeigen, wie der Markt die Kombination aus rekordverdächtiger Bewertung — angepeilt werden 1,75 Billionen Dollar — und fehlender S&P-500-Fähigkeit bewertet. Wer ohne die erzwungene Kaufwelle passiver Indexfonds in die Aktie einsteigt, tut das bewusst — und freiwillig.
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