SpaceX legt zum Wochenstart um gut sechs Prozent auf rund 168,80 Dollar zu. Auslöser sind ein bullisches Analystenvotum und Gerüchte über einen möglichen Chip-Deal. Die Frage dahinter: Wie viel der Fantasie ist nach dem Wochenplus von 16 Prozent schon im Kurs?
Morgan Stanley sieht die Aktie als günstig
Analyst Adam Jonas bekräftigt sein Overweight-Rating und das Kursziel von 300 Dollar. Gemessen am Freitagsschluss entspricht das einem Potenzial von rund 89 Prozent. Die Aktie sei trotz hoher Bewertung „günstig und werde noch günstiger“.
Der Gedanke dahinter ist zweigeteilt. Auf klassischer Basis wirkt SpaceX teuer: Das Verhältnis aus Unternehmenswert und EBIT für 2028 liegt beim rund 30-Fachen, fast doppelt so hoch wie bei großen KI-Konzernen.
Berücksichtigt man das Wachstum, sinkt die Kennzahl auf etwa 0,3, gegenüber 0,5 bei Amazon, Alphabet und Meta. Zudem sieht Jonas die KI-Sparte am Markt kaum eingepreist. Auch die Stimmung sei dünn: In einem Raum mit 40 Kunden habe sich bei der Frage nach einem Investment keine Hand gehoben.
Allerdings ruht diese These auf Morgan Stanleys eigenen Schätzungen für 2028, auch die Wachstumsrate stammt aus dem Haus. Das sind große Annahmen.
TSMC-Gespräche und Namensspiel
Zusätzliche Fantasie liefert Elon Musk. Gespräche mit TSMC über eine Halbleiterfabrik laufen weiter, deren Chips exklusiv an Tesla, SpaceX und xAI gehen könnten. Musk betont, bislang seien es nur Gespräche. Beschlossen ist nichts.
Parallel dazu benennt Musk die KI-Einheit von SpaceXAI in SpaceXSI um. Hintergrund ist eine Executive Order von Präsident Trump, die „Super Intelligence“ als Begriff etablieren soll. Es wäre der dritte Name seit der xAI-Übernahme im Februar. Fundamental dürfte die Umbenennung wenig ändern.
Fundamentaldaten und Technik
Das Wachstum ist real: Der Umsatz im zweiten Quartal lag bei 7,81 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen deutlich. Profitabel ist SpaceX aber nicht, das Ergebnis je Aktie betrug minus 0,09 Dollar. Der freie Cashflow war mit minus 32,5 Milliarden Dollar stark negativ, die Schulden liegen bei knapp 40 Milliarden Dollar. Morgan Stanley rechnet mit rund 80 Milliarden Dollar Nettoneuverschuldung pro Jahr.
Technisch wirkt die Aktie kurzfristig überhitzt. Der RSI liegt bei 67,9, der wöchentliche Stochastik-Indikator im überkauften Bereich. Ein Rücksetzer Richtung 20-Tage-Linie bei etwa 151 Dollar wäre laut technischer Lesart eine normale Korrektur.
Termine in den nächsten Wochen
Der Konsens der Analysten liegt bei einem durchschnittlichen Kursziel von 234 Dollar. Wichtige Impulse stehen bald an:
- Starship Flight 15: Ende Oktober oder Anfang November erwartet, eine Schiffsbergung gälte als großer Katalysator
- Q3-Zahlen: vorläufig für den 5. November 2026 angesetzt
- Starship Flight 16: vor Jahresende
- Neue Grok-Versionen und weitere Rechenkapazitäts-Deals
Starship-Ausführung, Preise für Rechenleistung und die Finanzierung entscheiden damit binnen ein bis zwei Monaten über die These. Beim letzten Quartalsbericht reagierte die Aktie trotz Umsatzüberraschung mit einem Minus von gut fünf Prozent.
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