SpaceX rückt an diesem Wochenende gleich aus mehreren Richtungen in den Fokus von Investoren. Während am Sonntag der Start des Roman-Weltraumteleskops der NASA an Bord einer Falcon Heavy ansteht, sorgt vor allem Elon Musks Ankündigung eines gigantischen KI-Rechenzentrums im Orbit für Diskussionen über die künftige Bewertung des Raumfahrtkonzerns.
Nvidia-Chips im Weltraum
Musk hat angekündigt, dass SpaceX bereits im vierten Quartal 2027 – ein Jahr früher als ursprünglich geplant – Nvidias Vera-Rubin-NVL72-System ins All bringen will. Die Satelliten sollen jeweils bis zu 250 Kilowatt Leistung verbrauchen, langfristig strebt SpaceX nach eigenen Angaben bis zu einer Million Satelliten an.
Musk bezeichnete die Partnerschaft als „exklusiv auf Nvidia“ ausgerichtet. Nvidia wiederum hält mit rund 122,7 Millionen Aktien einen Anteil von 21 Milliarden Dollar an SpaceX, wie aus einer Portfolioaufstellung hervorgeht – knapp ein Drittel des gesamten Nvidia-Beteiligungsportfolios entfällt damit auf SpaceX.
Kritische Stimmen bleiben nicht aus: Der Blog emptywheel verweist auf ein physikalisches Grundproblem – kosmische Strahlung verursache Bitfehler in Chips und mache Rechenzentren im Orbit nach Einschätzung von Experten unzuverlässig. Auch eine dänische Zeitung berichtete über die von SpaceX kommunizierten Pläne zur Fusion mit Musks KI-Unternehmen xAI für solarbetriebene Datacenter im All.
Louisiana als neues Standbein
Parallel treibt SpaceX ein zweites Großprojekt voran: den Bau des „Starbase Louisiana“ auf 125.000 Acres mit zehn Startrampen. Die Investitionssumme wird mit bis zu 100 Milliarden Dollar beziffert, Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, der erste Start für 2029. Nach Unternehmensangaben sollen rund 3.000 direkte Arbeitsplätze mit einem Durchschnittsgehalt von 92.600 Dollar pro Jahr entstehen.
Im zweiten Quartal investierte SpaceX bereits 18,4 Milliarden Dollar, bei einem Auftragsbestand von 47,5 Milliarden Dollar und Barmitteln von 100 Milliarden Dollar.
Musk selbst wagt eine noch kühnere Prognose: 3,5 Billionen Dollar Jahresumsatz bis 2033. Morgan Stanley hält diese Marke für erreichbar, allerdings erst 2040, und nennt für die Aktie ein Kursziel von 300 Dollar bei einer Einstufung auf „Overweight“. Der Analystenkonsens liegt laut verfügbaren Daten bei 27 von 32 Kaufempfehlungen und einem durchschnittlichen Kursziel von 216,33 Dollar.
Konkurrenz und Kurs
Im direkten Vergleich mit dem südkoreanischen Speicherchip-Hersteller SK Hynix, der im Juli in New York debütierte und dabei ein Allzeithoch erreichte, sehen Analysten von Zacks beide Werte als Kauf, bewerten SK Hynix aber als derzeit attraktiver bewertet. SpaceX wird in diesem Zusammenhang ein Cloud-Umsatz von 6,7 Milliarden Dollar sowie die Übernahme der Programmierplattform Cursor für 60 Milliarden Dollar zugeschrieben.
An der Börse zeigt sich die Aktie robust: Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 122,14 Euro, nach einem Plus von 24 Prozent auf Monatssicht. Damit bleibt SpaceX zwar rund 37 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro entfernt, hat sich aber deutlich vom Jahrestief Anfang August erholt.
Für Anleger bündelt sich in dieser Konstellation die zentrale Frage: Ob die milliardenschweren Wetten auf KI-Infrastruktur im All die hohe Bewertung rechtfertigen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen – vorerst bleibt die Story Treiber für die Kursfantasie.
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