SpaceX steckt eine Woche vor der ersten Quartalsbilanz als börsennotiertes Unternehmen in einer schweren Kurskrise. Am Montag rutschte die Aktie im europäischen Handel weiter ab und notiert nun bei 97,02 Euro, nachdem sie am Vortag noch bei 99,96 Euro geschlossen hatte. Der Titel bewegt sich damit nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief und mehr als 50 Prozent unter dem im Juni erreichten Hoch.
Dreizehnter Rückgang in 16 Handelstagen
An der Nasdaq schloss die SpaceX-Aktie am Montag bei 113,50 US-Dollar – ein neues Rekordtief seit dem Börsengang und bereits der dreizehnte Rückgang innerhalb von 16 Handelstagen. Im Tagesverlauf fiel der Kurs zeitweise bis auf 108,66 US-Dollar. Seit dem Juni-Hoch von 225,64 US-Dollar hat das Unternehmen damit rechnerisch mehr als 1,2 Billionen US-Dollar an Marktwert eingebüßt, ein Betrag, der nach Berechnungen von Marktbeobachtern in etwa der gesamten Bewertung von Tesla entspricht. Der Ausverkauf traf SpaceX-Gründer Elon Musk auch privat hart: Sein Nettovermögen fiel Berichten zufolge von einem Höchststand von 1,45 Billionen US-Dollar im Juni auf zuletzt 695,7 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich belastete, dass Insider in den vergangenen drei Monaten Aktien im Wert von 12,4 Millionen US-Dollar verkauften.
Bemerkenswert ist der Kontrast zur operativen Entwicklung: Am 24. Juli absolvierte Starship seinen 13. Testflug erfolgreich. Das Raumfahrzeug setzte 20 Satelliten der neuen Starlink-V3-Generation aus, zündete ein Raptor-Triebwerk im All erneut und überstand einen bewusst verschärften Belastungstest des Hitzeschilds bis zur sanften Wasserung. Lediglich beim Super-Heavy-Booster kam es zu Problemen beim erneuten Zünden der Triebwerke. Trotz dieses technischen Erfolgs setzte sich der Kursverfall fort – ein Zeichen dafür, dass die Anleger derzeit weniger auf die Raumfahrtsparte als auf die finanzielle Bewertung des Unternehmens blicken.
Lock-up-Ablauf und Quartalszahlen als nächste Belastungsprobe
Im Zentrum der Anlegersorgen steht der 4. August, wenn SpaceX seine ersten Quartalszahlen als börsennotiertes Unternehmen vorlegt. Bereits zwei Tage später, am 6. August, endet eine Sperrfrist, durch die bis zu 911,5 Millionen Aktien – rund 20 Prozent der bislang gesperrten Anteile – handelbar werden. Bleibt der Kurs in den zehn Handelstagen vor der Bilanz an mindestens fünf Tagen 30 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar, könnten sogar weitere 455,8 Millionen Aktien folgen – ein Szenario, das nach der aktuellen Kursentwicklung allerdings unwahrscheinlich erscheint. Da nach dem Börsengang nur rund 4,9 Prozent der insgesamt 13,2 Milliarden Aktien frei handelbar waren, verstärkt jede zusätzliche Angebotsmenge die ohnehin hohe Schwankungsbreite des Titels.
Die Analysten von Morgan Stanley um Adam Jonas warnten, ein Kurs von 100 US-Dollar würde faktisch bedeuten, dass der Markt der KI-Sparte von SpaceX keinen Wert mehr zubilligt. Das Haus hält dennoch an seiner Overweight-Einstufung mit einem Kursziel von 300 US-Dollar fest und verweist darauf, dass rund 80 Prozent der Analysten die Aktie weiterhin zum Kauf empfehlen. Gegenläufig positionierte sich Wall Street Zen: Die Analysten stuften den Titel von Hold auf Sell zurück, während der durchschnittliche Kursziel-Konsens mit einer Einstufung „Moderate Buy“ bei 230,50 US-Dollar liegt. Investor Peter Schiff bezeichnete es als „gefährlich“, in den Hype um die Aktie zu investieren, während Marktbeobachter wie Gary Black und Ross Gerber ihre optimistische Haltung beibehalten.
Anleger blicken auf Volatilität und technische Signale
Die Schwankungsintensität der Aktie bleibt außergewöhnlich hoch: Die 30-Tage-Volatilität liegt annualisiert bei 64,03 Prozent. Der Relative-Stärke-Index von 31,8 signalisiert eine überverkaufte Situation, was in der Vergangenheit gelegentlich Gegenbewegungen vorausging, jedoch keine Kaufgarantie darstellt. Mit einer umgerechneten Marktkapitalisierung von 1.332,66 Milliarden Euro zählt SpaceX trotz des massiven Kursverlusts weiterhin zu den größten börsennotierten Unternehmen überhaupt. Ob die Zahlen zum zweiten Quartal am 4. August und der anschließende Ablauf der Sperrfrist die Talfahrt stoppen oder verschärfen, dürfte sich in den kommenden Handelstagen entscheiden.
SpaceX-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue SpaceX-Analyse vom 28. Juli liefert die Antwort:
Die neusten SpaceX-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für SpaceX-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 28. Juli erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
SpaceX: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
