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SpaceX Aktie: Glenn Thum startet mit Verkaufsrating

SpaceX erhält vor der ersten Quartalsbilanz ein Verkaufsrating. Analysten prognostizieren bis 2030 einen kumulierten negativen freien Cashflow von rund 90 Milliarden Dollar.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Neues 52-Wochen-Tief bei 91,04 Euro
  • Phillip Securities startet mit Verkaufsrating
  • Short-Interesse erreicht 24,6 Milliarden Dollar
  • Erste Quartalszahlen am Dienstag erwartet

SpaceX-Aktien fielen am Montag zeitweise auf 91,04 Euro. Das war ein neues 52-Wochen-Tief. Wenig später drehte der Kurs nach oben und stieg auf 95,92 Euro, ein Plus von 2,09 Prozent zum Freitagsschluss.

Die Nervosität hat einen klaren Auslöser. An diesem Dienstag legt SpaceX zum ersten Mal seit dem Börsengang Quartalszahlen vor. Zwei Tage später laufen zusätzlich Haltefristen für einen großen Aktienblock aus. Für den Raketen-, Satelliten- und KI-Konzern könnte diese Woche zur echten Belastungsprobe werden.

Verkaufsempfehlung kurz vor dem Bericht

Die Skepsis kommt nicht nur vom Kurs selbst. Phillip-Securities-Analyst Glenn Thum startet seine Bewertung mit einem Verkaufsrating und einem Kursziel von 75 Dollar. Thum zählt laut TipRanks zu den Top 5 Prozent von über 12.000 verfolgten Wall-Street-Analysten.

Sein Hauptargument: Der Markt überschätzt das KI-Geschäft von SpaceX deutlich. Dieser Bereich erzielte 2025 zwar 3,2 Milliarden Dollar Umsatz. Trotz jahrelanger Investitionen stand am Ende aber ein operativer Verlust von 6,4 Milliarden Dollar.

Noch schwerer wiegt Thums Prognose zum Cash-Verbrauch. Er erwartet, dass SpaceX mindestens bis 2030 einen negativen freien Cashflow ausweist. Kumuliert könnte sich das Minus auf rund 90 Milliarden Dollar summieren.

Positiver fällt sein Blick auf Starlink aus. Der Satelliten-Internetdienst sei der „Gewinnmotor“ des Konzerns und die einzige Sparte mit nennenswertem Profit. Allerdings rechnet Thum mit langsamerem Nutzerwachstum, weil die Konkurrenz zunimmt.

Beim Raketenstart-Geschäft und bei Starship bleibt der Analyst zurückhaltend. SpaceX habe zwar eine „dominante Startfranchise“, doch Startdienste machten 2025 nur 22 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Starship werde erst dann zum echten Wachstumstreiber, wenn das System erfolgreiche Orbitallieferungen nachweist.

Wall Street erwartet Milliardenumsatz

SpaceX veröffentlicht die Zahlen zum zweiten Quartal 2026 am Dienstag nach Börsenschluss, das Management hält am selben Abend eine Telefonkonferenz. Analysten rechnen mit 6,88 Milliarden Dollar Umsatz und einem Verlust von 0,23 Dollar pro Aktie.

Der Termin bekommt zusätzliches Gewicht durch das, was danach kommt. Nur zwei Tage nach den Zahlen, am 6. August, werden bislang gesperrte Aktien handelbar. Diese Kombination aus erstem Geschäftsbericht und Lock-up-Ablauf sorgt für ein besonders unruhiges Setup.

Short-Seller bauen Positionen weiter aus

Die Wetten gegen die Aktie nehmen weiter zu. Das Short-Interesse ist auf 219,3 Millionen Aktien geklettert, das entspricht rund 24,6 Milliarden Dollar. SpaceX zählt damit aktuell zu den am stärksten leerverkauften Large-Cap-Werten am US-Markt.

S3-Partners-Stratege Sam Pierson bringt die Logik der Short-Seller auf den Punkt: „Die große Wette lautet derzeit, dass bei den Quartalszahlen nichts angekündigt wird, das die Menge der freigegebenen Aktien am Markt ausgleichen könnte.“ Auch die Leihkosten für Short-Positionen sind vor dem Termin gestiegen. Wer die Position über die kommende Woche hinaus halten will, zahlt laut Pierson derzeit einen Aufschlag – danach dürfte das Ausleihen wieder deutlich günstiger werden.

Die Aktie notiert derzeit rund 50 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro vom 16. Juni. Der 14-Tage-RSI liegt bei 33,4 und signalisiert damit eine überverkaufte Situation. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 54,51 Prozent zeigt, wie stark die Kursausschläge rund um Zahlen und Lock-up-Ablauf ausfallen können.

Mit einer Verkaufsempfehlung einen Tag vor dem ersten Quartalsbericht und wachsenden Short-Positionen steht SpaceX vor einer richtungsweisenden Woche. Der Dienstag entscheidet mit, wie der Markt künftig die doppelte Rolle des Konzerns bewertet – als Betreiber von Raketenstarts und Satellitennetzen einerseits, als KI-Infrastrukturwette andererseits.

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Diskussion zu SpaceX

Felix Baarz

Felix Baarz ist Wirtschaftsjournalist mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in der Berichterstattung über internationale Finanzmärkte. Als gebürtiger Kölner begann er seine Laufbahn bei einer deutschen Fachpublikation, bevor er für sechs Jahre nach New York zog.

In New York berichtete er direkt aus dem Zentrum der globalen Finanzwelt über Entwicklungen an der Wall Street und wirtschaftspolitische Entscheidungen von internationaler Tragweite. Diese Zeit prägte seine analytische Herangehensweise an komplexe Wirtschaftsthemen.

Heute arbeitet Baarz als freier Journalist für führende deutschsprachige Wirtschafts- und Finanzmedien. Seine Schwerpunkte liegen auf der fundierten Analyse globaler Finanzmärkte und der verständlichen Aufbereitung wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Neben seiner schriftlichen Arbeit moderiert er Fachdiskussionen und nimmt an Expertenrunden teil.

Sein journalistischer Ansatz kombiniert tiefgreifende Recherche mit präziser Analyse, um Lesern Orientierung in einer sich wandelnden Wirtschaftswelt zu bieten.