SpaceX treibt die Vorbereitungen für den nächsten großen Testflug seines Starship-Raumschiffs voran. Beim für den 15. September geplanten Flug 14 soll erstmals eine orbitale Mission mit dem Ziel absolviert werden, neue leistungsstärkere Starlink-Satelliten auszusetzen. Das Unternehmen hatte den Termin am 1. September bei der US-Regulierungsbehörde FCC eingereicht.
Parallel zur Startvorbereitung meldete SpaceX bereits am selben Tag den Betrieb: Eine Falcon-9-Rakete hob von der Vandenberg Space Force Base ab, der 104. orbitale Start des Unternehmens in diesem Jahr und die 79. Starlink-Mission 2026. Nur vier Tage später folgte mit 27 weiteren Satelliten die 80. Starlink-Mission des Jahres.
Verlagerung nach Westen, Aufbau in Florida
Ein strategischer Umbau begleitet den Fortschritt bei Starship: SpaceX verlagert sämtliche Starlink-Starts, die bislang auf Falcon 9 von Florida aus erfolgten, an die Westküste. Kiko Dontchev, Vizepräsident für Starts, begründete den Schritt damit, dass künftige Starlink-Missionen aus Florida ausschließlich mit Starship geflogen werden sollen.
Gleichzeitig baut das Unternehmen in Florida drei Startürme auf – einen am Launch Complex 39A des Kennedy Space Center und zwei am Space Launch Complex 37 der Cape Canaveral Space Force Station. Ziel ist der erste Starship-Start von Florida noch vor Jahresende.
Die technische Vorbereitung für Flug 14 ist inzwischen weit fortgeschritten: Sowohl das Raumschiff Ship 41 als auch der Booster 21 haben Triebwerkstests bestanden, darunter ein 33-Triebwerks-Zündtest des Boosters.
Rückschlag bei der Crew-13-Mission
Nicht alles läuft nach Plan. Am 1. September musste SpaceX gemeinsam mit der NASA den Start der Crew-13-Mission verschieben, nachdem Ingenieure bei den Startvorbereitungen ein Leck im Oxidator-System der Antriebseinheit der Dragon-Kapsel entdeckt hatten. Die vierköpfige Besatzung wartet nun auf grünes Licht für den Flug zur Internationalen Raumstation, bis die Ursache geklärt ist.
Solides Zahlenwerk stützt die Wachstumsstory
Der operative Rückenwind für diese ambitionierten Pläne stammt aus dem im August vorgelegten Quartalsbericht, dem ersten seit dem Börsengang im Juni. SpaceX erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 7,81 Milliarden Dollar, deutlich über den erwarteten 6,93 Milliarden Dollar, und verringerte den Nettoverlust auf 541 Millionen Dollar von zuvor einer Milliarde Dollar.
Die Zahl der Starlink-Abonnenten verdoppelte sich binnen Jahresfrist auf 12 Millionen, wenngleich der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer durch die Expansion in günstigere Märkte auf 66 Dollar pro Monat sank, verglichen mit 85 Dollar im Vorjahr.
Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit Unternehmen und Behörden, das um 108 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zulegte, inklusive neuer Starshield-Aufträge im Volumen von mehr als sechs Milliarden Dollar. Finanzchef Bret Johnsen sieht das Unternehmen auf Kurs, bis Jahresende eine annualisierte wiederkehrende Umsatzrate von 100 Milliarden Dollar zu erreichen.
Kapitalintensives Wachstum durch KI-Investitionen
Die hohen Ausgaben für Rechenkapazität prägen derzeit die Bilanz: Allein für KI-Infrastruktur investierte SpaceX im zweiten Quartal 15,828 Milliarden Dollar, gegenüber nur 749 Millionen Dollar im Vorjahresquartal – damit entfielen 86 Prozent der gesamten Investitionsausgaben von 18,4 Milliarden Dollar auf diesen Bereich.
CEO Elon Musk kündigte gegenüber Aktionären an, die geplanten KI-Rechenzentren ausschließlich mit Nvidia-Chips auszustatten, mit dem Ziel, die Rechenkapazität bis Ende 2027 auf nahezu zehn Gigawatt zu steigern. Ergänzend vereinbarten SpaceX und Nvidia eine Partnerschaft zur Entwicklung von „Space Compute“-Hardware, mit der KI-Modelle künftig direkt auf Satelliten laufen sollen.
An der Börse notierte die Aktie zuletzt bei 129,00 Euro und liegt damit rund 9,3 Prozent über ihrem 50-Tage-Durchschnitt. Zum bisherigen 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro klafft dagegen weiterhin eine deutliche Lücke.
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