SpaceX steht vor einem heiklen Moment: Der nächste Starship-Testflug rückt näher, die Aktie fällt derweil auf ein Jahrestief. Genau dieser Gegensatz prägt aktuell das Bild bei dem Raumfahrtunternehmen.
Am Donnerstag, den 16. Juli 2026, soll der dreizehnte integrierte Testflug des Starship-Systems starten. Booster 20 und Ship 40 kommen zum Einsatz. Grünes Licht kam erst am Montag: Die US-Luftfahrtbehörde FAA schloss ihre Untersuchung zum Zwischenfall bei Flug 12 offiziell ab.
Starlink V3 Prototypen im Weltraumtest
Kernstück von Flug 13 ist ein Novum: Erstmals will SpaceX 20 Prototypen der nächsten Starlink-Generation direkt aus dem Starship heraus freisetzen. Die Satelliten verfügen über Laserverbindungen und ausklappbare Solarpanels, gehören aber nicht zur aktiven Starlink-Flotte.
Der Ablauf ist ungewöhnlich. Auf suborbitaler Flugbahn löst sich die Fracht über den sogenannten „Pez“-Dispenser aus der Kapsel. SpaceX testet dabei auch, ob die Satelliten per Laser mit dem bestehenden Netzwerk kommunizieren können. Nach rund 20 Minuten treten die Einheiten wieder in die Atmosphäre ein und verglühen.
Sechs der Satelliten tragen zusätzlich Kamerasysteme. Sie sollen während des Flugs die Hitzeschutzkacheln von Starship aus nächster Nähe filmen. Die Aufnahmen liefern Ingenieuren Daten zum Zustand des Hitzeschilds – ein zentraler Baustein für das Ziel der schnellen Wiederverwendbarkeit.
Nachbesserungen nach Flug 12
Flug 13 baut auf den Ergebnissen von Flug 12 auf. Dort debütierte zwar die neue V3-Konfiguration, allerdings geriet der Booster beim Boostback-Manöver aus der Ausrichtung. Zusätzlich fiel während des Flugs ein Triebwerk der Oberstufe aus.
SpaceX reagiert mit einer veränderten Zündsequenz und Hardware-Updates am Super-Heavy-Booster. Das Ziel: zuverlässigeres Wiederzünden der Triebwerke.
Der geplante Ablauf für Flug 13 sieht vor:
- Super Heavy: kontrollierter Boostback-Burn, anschließend sanfte Wasserung im Golf von Mexiko
- Starship-Oberstufe: Demonstration einer einzelnen Raptor-Wiederzündung im All, danach kontrollierter Sinkflug und Wasserung im Indischen Ozean
- Hitzeschild-Test: Mehrere Kacheln auf Ship 40 sind weiß lackiert und dienen den Satellitenkameras als optische Referenzpunkte. Andere Abschnitte testen neue Kachelbefestigungen und metallische Klappen
Parallel dazu läuft das Tagesgeschäft mit der Falcon-9-Flotte unvermindert weiter. Am Dienstag starten 29 Starlink-Satelliten von Cape Canaveral. Bereits am Montagabend flogen von Vandenberg aus 27 weitere Satelliten ins All – mit einem Booster, der seinen 15. Flug absolvierte.
Aktie nahe am Jahrestief
An der Börse zeigt sich derweil ein anderes Bild. Die SpaceX-Aktie notiert bei 122,24 Euro, ein Plus von 0,20 Prozent zum Vortag. Damit bewegt sich der Kurs nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 120,20 Euro, das erst am Montag markiert wurde.
Der Blick auf die letzten Wochen zeigt den Umfang des Rückgangs. Binnen 30 Tagen verlor die Aktie 26,38 Prozent, allein in den vergangenen sieben Tagen ging es um 6,67 Prozent nach unten.
Zum Rekordhoch von 194,46 Euro aus dem Juni fehlen inzwischen 37,14 Prozent.
Die Kennzahlen unterstreichen die Nervosität im Markt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 41,5 und deutet auf keine überverkaufte Lage hin.
Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 97,63 Prozent – ein Hinweis auf die aktuell heftigen Kursausschläge.
Der Starttermin für Flug 13 steht auf Donnerstag, den 16. Juli 2026. Gelingt die Wiederzündung des Raptor-Triebwerks in der Oberstufe, wäre das ein wichtiger technischer Fortschritt gegenüber Flug 12.
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