Jahrzehntelang blieb SpaceX eine Wette für eingeweihte Wagniskapitalgeber. Heute, an diesem Freitag, können Privatanleger erstmals an der Nasdaq selbst mitbieten — und die Dimensionen sind beispiellos.
Rekord auf allen Ebenen
555,6 Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 135 Dollar: SpaceX nimmt damit 75 Milliarden Dollar ein und übertrifft Aramcos bisherigen IPO-Rekord aus 2019 von gut 29 Milliarden Dollar mehr als doppelt. Die Startbewertung liegt bei 1,77 Billionen Dollar — aus dem Stand mehr wert als Meta. Gründer Elon Musk behält dabei rund 82 Prozent der Stimmrechte und bleibt damit klar am Steuer.
Das Interesse der Anleger war vor dem Handelsstart enorm. Allein Privatanleger sollen Kaufaufträge von über 100 Milliarden Dollar gestellt haben; das Orderbuch gilt als vierfach überzeichnet. Indes preisen vorbörsliche Derivate — darunter Perpetual Futures auf der Plattform Hyperliquid, die bei rund 180 Dollar notierten — mögliche Kursgewinne von 30 bis über 35 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis ein. Marktbeobachter betonen allerdings, dass solche gehebelten Instrumente kurzfristige Erwartungen verstärken, nicht garantieren.
Was steckt hinter der Bewertung?
SpaceX ist mehr als ein Raketenbauer. Satelliteninternet über Starlink ist der mit Abstand größte Umsatztreiber. Hinzu kommen xAI und die Online-Plattform X, die Musk in das Unternehmen eingebracht hat — sowie Pläne für KI-Rechenzentren im Weltall. Das Unternehmen positioniert sich damit an der Schnittstelle von Raumfahrt, Konnektivität und Künstlicher Intelligenz. Kein Wunder, dass die Fantasie der Anleger so weit trägt.
Eine Marktkapitalisierung von über zwei Billionen Dollar nach dem ersten Handelstag wäre laut Marktbeobachtern eine Bewertungsvorlage für kommende Mega-IPOs. OpenAI und Anthropic stehen bereits in den Startlöchern.
Breitere Markteffekte
Der SpaceX-Börsengang dürfte auch abseits der eigenen Aktie Spuren hinterlassen. Da die Papiere voraussichtlich rasch in wichtige Aktienindizes aufgenommen werden, könnte Kapital aus anderen US-Technologietiteln abgezogen werden. Parallel dazu zogen bereits Unternehmen aus dem Raumfahrt-Ökosystem an — darunter Firefly Aerospace und Redwire mit Aufschlägen von bis zu acht Prozent im vorbörslichen Handel.
Ein weiteres Detail: Der Eröffnungskurs dürfte sich verzögern. Bei US-Börsengängen kann die Eröffnungsauktion mehrere Stunden dauern — wer heute früh am Bildschirm sitzt und auf den ersten Kurs wartet, braucht Geduld.
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