Der unaufhaltsame Aufstieg von SpaceX legt eine erste Pause ein. Fünf Tage nach dem historischen Börsengang verliert die Aktie an Höhe. Ein schwächeres Marktumfeld bremst den Kurs. Parallel dazu kocht an der Wall Street eine gewaltige Spekulation hoch.
Am Mittwoch rutschte das Papier um rund fünf Prozent ab. Der Schlusskurs lag bei knapp 192 US-Dollar. Zuvor hatte die US-Notenbank mit Zinssignalen den breiten Markt belastet.
Trotz des Rücksetzers notiert SpaceX weiterhin gut 40 Prozent über dem Ausgabepreis. Die Marktkapitalisierung pendelt sich bei rund 2,5 Billionen US-Dollar ein. Damit reiht sich der Raumfahrtkonzern in der globalen Bewertung knapp hinter Amazon ein.
Wilde Fusions-Fantasien
Der Kursrückgang rückt ein anderes Thema in den Fokus. Analysten diskutieren intensiv über eine mögliche Fusion mit Tesla. Dan Ives von Wedbush Securities sieht eine 80-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt. Er erwartet den Zusammenschluss innerhalb der nächsten zwölf Monate.
Beide Unternehmen arbeiten bereits eng zusammen. Tesla lieferte zuletzt Hardware für Hunderte Millionen Dollar an SpaceX. Dazu gehört auch das Gemeinschaftsprojekt „Terafab“ zur Produktion von KI-Chips. Wettmärkte preisen eine offizielle Fusionsankündigung bis Mitte 2027 mit rund 50 Prozent ein.
Optionen bringen Volatilität
Ein weiterer Faktor treibt die starken Kursbewegungen. Seit Dienstag können Anleger Optionen auf die SpaceX-Aktie handeln. Gleich am ersten Tag wechselten über eine Million Kontrakte den Besitzer. Das ermöglicht nun auch Wetten auf fallende Kurse.
Privatanleger kauften in den ersten drei Handelstagen Aktien für knapp 370 Millionen Dollar. Der extrem geringe Streubesitz von maximal fünf Prozent verstärkt die Ausschläge. Gary Black vom Future Fund vergleicht das frühe Handelsmuster bereits mit sogenannten Meme-Aktien.
Milliarden-Wette auf Künstliche Intelligenz
Strategisch baut Elon Musk den Konzern massiv um. SpaceX übernimmt die KI-Plattform Cursor für 60 Milliarden Dollar in eigenen Aktien. Der Deal soll im dritten Quartal 2026 abschließen. Zuvor integrierte das Unternehmen bereits das Startup xAI.
Das Ziel: riesige KI-Rechenzentren in der Erdumlaufbahn. Das operative Geschäft wächst derweil rasant. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg der Umsatz um 33 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar. Allerdings verbuchte SpaceX im jüngsten Quartal einen Verlust von über vier Milliarden Dollar.
Analysten sind sich bei der Bewertung völlig uneins. Die Kursziele reichen von 62 bis 310 Dollar. Ein wichtiges Datum rückt nun näher. Im August 2026 enden die ersten Haltefristen für Altaktionäre. Dann fließen neue Aktien in den Markt und testen die Nachfrage der Investoren.
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