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SpaceX Aktie: 9,85-Prozent-Sprung auf 109,08 Euro

Vor der ersten Bilanzvorlage als börsennotiertes Unternehmen springt die SpaceX-Aktie deutlich an. Analysten bleiben trotz jüngster Verluste mehrheitlich optimistisch.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrally vor erster Bilanzvorlage
  • Ark Invest stockt SpaceX-Bestände auf
  • Lockup-Ende erhöht Angebotsdruck
  • Umsatzprognose bei 6,9 Milliarden Dollar

SpaceX steht vor der ersten Bilanzvorlage seiner Geschichte als börsennotiertes Unternehmen. Die Aktie springt am Dienstag um 9,85 Prozent nach oben und erreicht 109,08 Euro. Erst am Vortag markierte das Papier mit 91,04 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Der Rebound kommt für viele Anleger überraschend deutlich.

Um 16:30 Uhr Eastern Time öffnet SpaceX die Bücher für das zweite Quartal 2026. Es ist der erste Earnings Call der Firmengeschichte. Parallel dazu läuft das operative Geschäft auf Hochtouren: Am selben Tag brachte eine Falcon-9-Rakete vom Vandenberg Space Force Base aus 24 weitere Starlink-Satelliten ins All. Es war bereits der 90. Falcon-9-Start des Jahres 2026, die eingesetzte Booster-Stufe B1063 flog zum 34. Mal.

Ein brutaler Juli als Ausgangspunkt

Der Kursrückgang, den die Aktie jetzt teilweise aufholt, war kein sanftes Abrutschen. Im Juli verlor das Papier 31 Prozent und schloss den Monat bei rund 108 Dollar – deutlich unter dem IPO-Preis von 135 Dollar. Die 30-Tage-Volatilität liegt aktuell bei annualisiert 65,42 Prozent, ein Wert, der die Nervosität rund um das Papier unterstreicht.

Trotz der Erholung bleibt die Aktie 43,91 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 194,46 Euro, aufgestellt Mitte Juni. Der Weg zurück zu alten Höchstständen ist also weit.

Cathie Wood kauft nach

Cathie Woods Ark Invest hat die Schwächephase genutzt, um die Position auszubauen. Am 27. und 28. Juli kaufte Ark über verschiedene ETFs 229.651 SpaceX-Aktien hinzu, begleitet von 68.145 Tesla-Aktien. Insgesamt flossen 47,3 Millionen Dollar in die beiden Musk-Unternehmen. SpaceX zählt mittlerweile zu den Top-Positionen im ARK Innovation ETF, mit einem Bestand von rund 283 Millionen Dollar zum 31. Juli.

Ganz ohne Fragezeichen ist Woods Strategie nicht. Der ARK Innovation ETF hat über die vergangenen fünf Jahre 41 Prozent an Wert verloren, während der S&P 500 im selben Zeitraum um 70 Prozent zulegte. Zum IPO wurde SpaceX zudem mit 1,77 Billionen Dollar bewertet – das 95-Fache des 2025er-Umsatzes von 18,7 Milliarden Dollar. Kritiker sahen darin schon damals eine ambitionierte Bewertung.

Lockup-Ende trifft auf Zahlenvorlage

Nur zwei Tage nach den Quartalszahlen beginnt ein weiteres Ereignis mit Marktrelevanz: Am 6. August starten die ersten Tranchen des Insider-Lockups, die sich bis zum 8. Dezember 2026 hinziehen. Mehr Aktien im freien Handel könnten die Volatilität mittelfristig dämpfen – kurzfristig sorgt das Timing aber für zusätzliche Unsicherheit.

Die Analystengemeinde bleibt trotz der Turbulenzen mehrheitlich optimistisch. Von 35 Analysten, die die Aktie abdecken, vergeben 27 ein Kaufrating, sieben raten zu Halten, nur einer empfiehlt den Verkauf. Das Kursziel liegt im Konsens zwischen 231 und 236 Dollar, Morgan Stanley sticht mit einer Zielmarke von 300 Dollar heraus.

Worauf der Markt heute Abend schaut

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht der Umsatz. Der Markt erwartet für das zweite Quartal 6,9 Milliarden Dollar – ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Daneben richten sich die Blicke auf drei Kennzahlen:

  • Starlink-Abonnentenzahlen und Umsatz pro Nutzer als Wachstumsmotor
  • Startkadenz und Margen von Falcon 9 und Falcon Heavy als erster klarer Blick auf die Unit Economics
  • Entwicklungskosten und Zeitplan von Starship, angesichts des Kapitals, das das Programm historisch verschlungen hat

Der Zeitpunkt ist heikel: SpaceX bereitet parallel den möglichen ersten Orbitalstart von Starship mit der Flight-14-Mission vor. Ein Programm, das für hohe Kosten und wiederholte Verzögerungen bekannt ist.

Der Kursanstieg vom Dienstag deutet darauf hin, dass Teile des Marktes mit starken Zahlen rechnen. Zwischen der Bilanzvorlage nach Börsenschluss und dem Beginn des Lockup-Ablaufs zwei Tage später bleibt aber wenig Raum für Verschnaufpausen. Die kommenden Handelstage dürften turbulent bleiben – unabhängig davon, wie das heutige Zahlenwerk ausfällt.

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Diskussion zu SpaceX

Eduard Altmann

Eduard Altmann ist Finanzexperte mit über 25 Jahren Erfahrung an den globalen Finanzmärkten. Als Analyst und Autor beim VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft spezialisiert er sich auf Aktienmärkte, Gold, Silber, Rohstoffe und den Euro.

Altmann ist überzeugter Verfechter des Value-Investing und identifiziert unterbewertete Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial. Sein Börsendienst "Megatrend-Depot" vermittelt praxisnahe Strategien erfolgreicher Value-Investoren. Mit seinem Motto "Manage dein Vermögen selbst" inspiriert er Anleger zur eigenverantwortlichen Vermögensverwaltung.

Seine Analysen basieren auf der fortschrittlichen Gann-Strategie, die präzise Vorhersagen für Rohstoffmärkte ermöglicht. Diese technische Analysemethode kombiniert historische Daten mit Zyklusanalysen und macht seine Marktprognosen besonders treffsicher.

Durch zahlreiche Publikationen und verständliche Erklärungen komplexer Finanzthemen unterstützt Altmann sowohl Einsteiger als auch erfahrene Investoren bei fundierten Anlageentscheidungen. Seine Arbeit verbindet theoretische Expertise mit praktischen Empfehlungen für den strategischen Vermögensaufbau.