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SpaceX Aktie: 69 Gasturbinen bis Juli 2027 abbauen

SpaceX-Aktie fällt auf Rekordtief, während Umweltstreit und Telekom-Pläne den Kurs belasten. Ein Großauftrag der Space Force stützt das Unternehmen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Kursrutsch auf 52-Wochen-Tief
  • Umweltstreit um Gasturbinen eskaliert
  • Space-Force-Auftrag über 1,6 Milliarden Dollar
  • Telekom-Expansion verunsichert Konkurrenz

SpaceX-Aktien rutschen weiter ab. Am Freitag schloss das Papier bei 93,96 Euro, ein Minus von 3,48 Prozent an einem einzigen Tag. Der Kurs liegt nur noch 0,59 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 93,41 Euro, das erst am 31. Juli markiert wurde.

Auf Monatssicht steht ein Verlust von 32,10 Prozent zu Buche. Und das ausgerechnet wenige Tage vor dem ersten Quartalsbericht des Unternehmens als börsennotierter Konzern. Die Investoren nervös reagieren zu lassen, reicht offenbar schon eine Mischung aus Umweltskandal, Milliardenauftrag und Telekom-Offensive.

Turbinen ohne Genehmigung befeuern Kongress-Streit

Die Kursschwäche bekommt zusätzlichen Druck durch eine Kontroverse um SpaceX‘ KI-Infrastruktur. Umweltanalysten schätzen den Stickoxid-Ausstoß der ungenehmigten Gasturbinen an den Colossus-Rechenzentren bei Memphis auf 1.200 bis 2.000 Tonnen jährlich. Das übersteigt die Gesamtemissionen des Memphis International Airport.

Der Fall hat mittlerweile den US-Kongress erreicht. Der ranghöchste Vertreter der Demokraten im Energieausschuss des Repräsentantenhauses, Frank Pallone, fordert Unterlagen und eine Besichtigung der Anlagen. In einem Brief an SpaceX-Chef Elon Musk wirft Pallone dem Unternehmen vor, mit unkontrollierten Gasturbinen ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Region geschaffen zu haben. Eine Antwort verlangt er bis zum 11. August.

Parallel dazu hat SpaceX offenbar bereits reagiert. Nach Klagen, einer Intervention des US-Justizministeriums und dem wachsenden Druck aus dem Kongress plant das Unternehmen, 69 ungenehmigte Gasturbinen in Mississippi bis Juli 2027 abzubauen.

Milliardenauftrag der Space Force als Gegengewicht

Inmitten der negativen Schlagzeilen gab es auch gute Nachrichten. Die US-Space-Force hat SpaceX am Mittwoch einen Auftrag über 1,6 Milliarden Dollar erteilt. Bis 2027 soll das Unternehmen 18 Falcon-9-Missionen durchführen und dabei Pentagon-Satelliten zur Erkennung und Bekämpfung von Flugobjekten ins All bringen.

Der Auftrag kommt aus dem zentralen Beschaffungsprogramm der Space Force für Weltraumstarts. Dort konkurrieren neben SpaceX auch United Launch Alliance, Blue Origin und weitere US-Anbieter um Missionsaufträge.

Telekom-Pläne sorgen für Unruhe bei Konkurrenten

Auch außerhalb der eigenen Aktie sorgte SpaceX diese Woche für Bewegung. Berichten zufolge sucht das Unternehmen nach Funkfrequenzen, die in Städten und dicht besiedelten Gebieten gut funktionieren. Um die fehlende Lücke für ein vollwertiges Mobilfunknetz zu schließen, erwägt SpaceX offenbar sowohl Übernahmen von Wettbewerbern als auch die Teilnahme an einer Regierungsauktion im kommenden Jahr.

Die Nachricht schickte den Telekomsektor auf Talfahrt. AT&T verlor rund 3 Prozent, Verizon gab etwa 2 Prozent nach, T-Mobile schloss knapp 0,5 Prozent tiefer. Die Ambitionen dahinter sind beachtlich: Analysten rechnen für das mobile Starlink-Geschäft in diesem Jahr mit 15 Milliarden Dollar Umsatz. Im IPO-Pitch an Investoren hatte SpaceX den adressierbaren Markt sogar auf 740 Milliarden Dollar beziffert.

Charttechnik zeigt überverkaufte Lage

Der anhaltende Ausverkauf hat die technischen Indikatoren tief in überverkauftes Terrain gedrückt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 31,0 und nähert sich damit klassischen Überverkauft-Marken. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 54,45 Prozent zeigt, wie turbulent der Handel seit dem Börsengang im Juni geworden ist.

Der Kurs testet damit eine kritische Unterstützungszone nahe dem 52-Wochen-Tief. Viel Puffer bleibt nicht, bevor die Aktie in charttechnisches Neuland vordringt.

Die kommende Woche bündelt gleich mehrere Belastungsproben. Der erste Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen steht an, zeitgleich läuft eine wichtige Lockup-Frist für Insider-Aktien aus. Beide Ereignisse fallen in die erste Augustwoche und treffen auf ein Unternehmen, das gleichzeitig mit Regulierungsbehörden in Memphis ringt, neue Regierungsaufträge einsammelt und eine milliardenschwere Telekom-Expansion vorantreibt.

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Diskussion zu SpaceX

Dr. Robert Sasse

Dr. Robert Sasse ist promovierter Ökonom und Unternehmer mit umfassender Expertise in Finanzmärkten und Wirtschaftstheorie. Seine akademische Ausbildung verbindet er mit praktischer Unternehmenserfahrung, um fundierte Analysen zu langfristigen Anlagestrategien zu liefern.

Als Verfechter einer marktwirtschaftlichen Ordnung fokussiert sich Dr. Sasse auf die Vermittlung von Strategien für nachhaltigen Vermögensaufbau durch Aktieninvestments. Seine wissenschaftlich fundierten Beiträge auf stock-world.de richten sich an Anleger, die eigenverantwortliche, informierte Entscheidungen für ihre finanzielle Zukunft treffen möchten.

Dr. Sasse spezialisiert sich auf die verständliche Aufbereitung komplexer ökonomischer Zusammenhänge und die praktische Anwendung von Investmentstrategien für die Altersvorsorge. Sein Ansatz kombiniert theoretisches Wissen mit klarem Praxisbezug, um Lesern Orientierung in einem dynamischen Marktumfeld zu bieten.

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